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05.03.2018

Mütter in kleineren Geburtskliniken seltener unzufrieden

Um die Zufriedenheit Gebärender mit der Betreuung in eher kleinen und eher großen Kliniken zu untersuchen, befragte das Picker-Institut zwischen 2014 und 2017 rund 9.600 Wöchnerinnen in 77 deutschen Kliniken. 9 Prozent der Mütter, die ihr Kind in einer Klinik mit mehr als 2.000 Geburten pro Jahr geboren hatten, berichteten von mittelmäßigen bis schlechten Erfahrung im Kreißsaal. Bei den Frauen, die ihr Kind in einer Klinik mit weniger als 1.000 Geburten pro Jahr zu Welt gebracht hatten, waren es nur 5 Prozent. 34 Prozent der Wöchnerinnen in großen Kliniken gaben an, unzureichend Gelegenheit für ein Gespräch mit der Hebamme über ihre Ängste gehabt zu haben; bei Entbindungen in kleinen Kliniken waren das nur 19 Prozent. Auch im Hinblick auf Informationen zum Stillen, Erfahrungen im Wochenbett und die Frage, ob die Frauen in Entscheidungen einbezogen wurden und ob immer eine Hebamme da war, wenn sie gebraucht wurde, schnitten die kleinen Kliniken besser ab. 

Eine Zentralisierung der Geburtshilfe, mit der die zunehmende Schließung von Kreißsälen kleinerer Häuser einhergeht, könnte dem Picker-Report zufolge weitere unerwartete negative Effekte haben, etwa zu mehr medizintechnischen Eingriffe und größerem Stress bei Gebärenden wegen längerer Anfahrtswege führen.

Quelle

Mütter in größeren Geburtskliniken unzufriedener als in kleineren Häusern, Ärzteblatt online vom 30. Januar 2018,  https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/88905/Muetter-in-grossen-Geburtskliniken-unzufriedener-als-in-kleineren-Haeusern (letzter Zugriff: 26.02.2018)