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15.06.2017

Mehrere Todesfälle durch Masern in Europa: Frauen mit Kinderwunsch sollten sich schützen

Masern gehören zu den bekanntesten Kinderkrankheiten. Aber auch Erwachsene können davon betroffen sein. Eine Masern-Erkrankung in der Schwangerschaft kann schwerwiegende Folgen haben. 

Laut dem European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) sind in den letzten Monaten in mehreren europäischen Ländern wieder vermehrt Menschen an Masern erkrankt. Nach Italien und Rumänien werden die meisten Erkrankungen aus Deutschland gemeldet. Das liegt daran, dass Deutschland – zusammen mit einigen anderen westeuropäischen Staaten – zu den Ländern mit zu niedrigen Masern-Impfquoten gehört. 

Die Masern-Epidemie der letzten Monate hat zu mehreren Todesfällen geführt. In Deutschland hat es keinen Todesfall gegeben, es wurden in diesem Jahr aber bis zum 31. März bereits 401 Masernfälle gemeldet. Die Ansteckung erfolgte sowohl im familiären Umfeld, als auch in Schulen und medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Arztpraxen. Da infizierte Personen schon vor dem Ausbruch der ersten Symptome andere anstecken können, kann man sich nicht immer schützen.

Masern können zu schwerwiegenden Komplikationen führen, insbesondere in der Schwangerschaft. Die Masernviren können durch die Plazenta zum Kind gelangen und es infizieren. Bei jeder vierten masernkranken Schwangeren setzen die Wehen zu früh ein und es kommt zu einer Fehl- oder Frühgeburt. Und auch nach der Geburt kann die Ansteckung von Babys, die nicht durch die Immunproteine der Mutter geschützt sind, zu besonders schweren Krankheitsverläufen führen. 

Das Robert Koch-Institut rät deshalb allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, sowie insbesondere allen Frauen mit Kinderwunsch, die nicht oder nur einmal geimpft wurden, sich gegen Masern impfen zu lassen. 

Quelle

Masernerkrankungen in 14 Ländern Europas – mehrere Todesfälle, Ärzteblatt online vom 25. April 2017.

Weitere Informationen:
Impfempfehlungen des Robert Koch-Instituts für Frauen mit Kinderwunsch (Abruf: 27.06.2017)

Masern – besonders gefährlich in der Schwangerschaft und bei Säuglingen, Meldung der Frauenärzte im Netz vom 28.11.2016 (Abruf: 27.06.2017).