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02.03.2018

Kaiserschnitt: Auch längerfristige Risiken bedenken

Ein Kaiserschnitt gilt heute als eine risikoarme Operation. Eine große Überblicksstudie zeigt nun: Bei der Entscheidung für oder gegen einen Kaiserschnitt sollten auch langfristige Folgen der Schnittentbindung bedacht werden. 

Eine Forschergruppe aus Edinburgh hat fast 80 Studien mit insgesamt fast 30.000 Teilnehmenden ausgewertet, die sich mit den längerfristigen Folgen des Kaiserschnitts befassten. Sie fanden heraus, dass ein Kaiserschnitt zwar mit einem geringeren Risiko etwa einer Blaseninkontinenz und eines Gebärmuttervorfalls verbunden ist als eine vaginale Geburt. Diesem Vorteil stehen jedoch eine Reihe von möglichen Nachteilen entgegen. So kann es für eine Frau nach einem Kaiserschnitt schwieriger sein, wieder schwanger zu werden. Auch sind nach einem Kaiserschnitt bei einer erneuten Schwangerschaft Fehl- und Totgeburten signifikant häufiger. Fehllagen der Plazenta kommen in der Folgeschwangerschaft häufiger vor. Sie können die Geburt erschweren und zu Blutungen führen. Außerdem geben einige Studien Hinweise darauf, dass per Kaiserschnitt geborene Kinder später häufiger Asthma haben und übergewichtig werden. Die Ursache dafür wird in dem fehlenden Kontakt mit dem Scheidenmilieu der Mutter vermutet, der das Immunsystem des Kindes günstig beeinflusst.

Ist ein Kaiserschnitt nicht zwingend notwendig, sollten mögliche Vor- und Nachteile deshalb sorgfältig abgewogen werden. 

Quelle

Kaiserschnitt: Nachteile für Mutter und Kind überwiegen, Ärzteblatt online vom 24. Januar 2018,  https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/88759/Kaiserschnitt-Nachteile-fuer-Mutter-und-Kind-ueberwiegen (letzter Zugriff: 26.02.2018)

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