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29.09.2018

Junge Frauen erhalten häufig Pillen mit höherem Thrombose-Risiko

Frauen, die mit einer sogenannten Kombi-Pille verhüten, haben ein erhöhtes Risiko für eine venöse Thromboembolie. Das Risiko ist insgesamt gering, unterscheidet sich aber von Präparat zu Präparat.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bereits 2014 die Empfehlung herausgegeben, dass insbesondere Erstanwenderinnen und Anwenderinnen unter 30 Jahren bevorzugt Pillenpräparate verschrieben werden sollten, die mit dem geringsten Risiko für venöse Thromboembolien einhergehen. Das sind Pillen mit den Gestagenen Levonorgestrel, Norethisteron und Norgestimat. Risikoreichere Pillen enthalten die Gestagene Drospirenon, Desogestrel und Gestoden.

Eine aktuelle Analyse der Verordnungsdaten der Gesetzlichen Krankenversicherung durch das Wissenschaftliche Institut der AOK zeigte nun: Von den jungen Frauen bis 20 Jahren, die mit der Kombi-Pille verhüten, wurden 2017 immer noch 55 Prozent eines der risikoreicheren Pillen-Präparate verschrieben.

Der Anteil der risikoreicheren Pillen-Präparate ist bei den Verschreibungen zwar zurückgegangen, deutlich gestiegen ist aber der Anteil der (neueren) Präparate mit dem Gestagen Dienogest (von 19 Prozent 2007 auf 37 Prozent 2017) – ein Wirkstoff, für den das Risiko für das Auftreten venöser Thromboembolien bislang noch nicht beurteilt werden kann.

Nicht nur für junge Frauen ist es deshalb ratsam, darauf zu achten, welches Pillen-Präparat ihnen verschrieben wird. Welche Hormone ein Pillen-Präparat enthält, steht im Beipackzettel.

Mehr zu den Risiken hormoneller Verhütung können Sie hier nachlesen.

Quelle

Pille zur Verhütung: Ärzte verordnen jungen Frauen weniger Präparate mit höherem Risiko, Pressemitteilung des AOK-Bundesverbands vom 14. August 2018, https://aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2018/index_20882.html (letzter Zugriff: 11.09.2018)

Weitere Informationen:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Venöse Thromboembolien und kombinierte hormonale Konzeption, https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/KOK/_node.html (letzter Zugriff: 11.09.2018)