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02.11.2017

Extrem unreife Frühgeborene: bessere Überlebenschancen, aber oft Langzeitfolgen

Etwa 0,6 Prozent aller Kinder in Deutschland werden vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren. Sie gelten als extrem unreife Frühgeborene. Die Überlebenschancen dieser Kinder haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Dennoch muss in vielen Fällen mit Langzeitfolgen gerechnet werden. 

Eine niedersächsische Langzeituntersuchung bei der Ärztekammer Niedersachsen sammelt seit Jahrzehnten Daten von Frühchen, um ihre Versorgung zu verbessern. Unter anderem werden seit 2004 Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm im Alter von zwei, fünf und zehn Jahren freiwillig nachuntersucht. Demnach sind 14,1 Prozent dieser Kinder im Alter von fünf Jahren geistig und 17,4 Prozent körperlich behindert. 33,1 Prozent zeigen Verhaltens- und 40,4 Prozent sprachliche Auffälligkeiten. Die Koordinatorin des Projekts erhofft sich von den Ergebnissen der Untersuchung wichtige Impulse für die Therapie.  

Um die Versorgung von Frühchen in den Kliniken zu verbessern und ihre Chancen auf eine gesunde Entwicklung zu erhöhen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss bereits 2013 strengere Vorgaben für Perinatal-Zentren beschlossen. So sind mehr Kinderkrankenschwestern zur Betreuung der Kinder notwendig, von denen zudem viele speziell geschult sein müssen. Werdende Eltern, die sich auf eine Frühgeburt vorbereiten müssen, können sich bundesweit über das Internetportal www.perinatalzentrum.org über geeignete Krankenhäuser informieren.

Quelle

Niedersächsische Langzeituntersuchung zeigt Defizite extrem unreifer Frühgeborener auf, Ärzteblatt online vom 21. August 2017
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77711/Niedersaechsische-Langzeituntersuchung-zeigt-Defizite-extrem-unreifer-Fruehgeborener-auf  

Weitere Informationen

G-BA: Perinatalzentren müssen ab 2017 Pflegekräfte aufstocken, Ärzteblatt online vom 21. Juni 2013