Endlich zu dritt! Und nun?

Die ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes sind auch für einen Vater einzigartig. Wer jetzt Urlaub nimmt, tut sich selbst etwas Gutes. Es gibt viele Gründe für Väter, sich an der Betreuung ihres Kindes zu beteiligen.

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Nicht nur die Mutter, auch der Vater muss sich nach der Geburt des Kindes erst einmal erholen. Weil es nun so viel Neues zu entdecken gibt, lohnt es sich, genügend Zeit dafür zu reservieren.

Auch dem Vater macht das Neugeborene von der ersten Sekunde an das Geschenk bedingungsloser Nähe. Zwar besteht zwischen Mutter und Kind eine „naturgegebene“ Nähe, weil sie das Kind neun Monate in ihrem Körper getragen hat und den Säugling mit ihrer Brust stillen kann. Darüber hinaus gibt es jedoch keine entscheidenden biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau, die den Mann daran hindern könnten, einen Säugling kompetent zu versorgen.

Bei einer aktiven Anteilnahme an Schwangerschaft und Geburt kann einer kleinen Studie zufolge auch bei Männern der Prolaktin- und Östrogenspiegel ansteigen, während der Testosteronspiegel sinkt. Beides gilt als förderlich für ein fürsorgliches Verhalten. Schreien Säuglinge, können Vater und Mutter nach einer Weile im Prinzip gleich gut (oder gleich ungenau) erkennen, ob der Grund des Unbehagens Hunger, Angst oder Langeweile ist. Zudem steigen in solchen Augenblicken bei beiden Elternteilen Herzschlag, Blutdruck und Hauttemperatur.

Wenn Väter von Anfang an Zugang zu und Interesse an ihrem Kind haben und dabei von der Umgebung unterstützt werden, versorgen sie den Säugling ebenso sicher und gefühlvoll wie die Mutter.

Vaterrolle - Mutterrolle

Die traditionelle Verteilung der elterlichen Verantwortung ist weniger biologisch begründet als eine gesellschaftliche Übereinkunft. Kümmern sich Mutter und Vater gleichermaßen um den Nachwuchs, fühlen sich die Kinder meist mit beiden gleich intensiv verbunden. Erfahrungsgemäß zeigen solche Kinder auch weniger allgemeine Trennungsangst, denn sie machen die Erfahrung, dass es immer noch einen „Anderen“ gibt, der ihnen genügend Sicherheit bietet.

Gleichwohl sind Väter oft anders als Mütter: Im Allgemeinen sprechen sie weniger mit den Kindern und toben dafür mehr mit ihnen. Ihre Spiele sind oft körperlicher und herausfordernder. Mütter stehen mehr für Ruhe und Beständigkeit, Väter für „Action“ und Wechsel – ein Klischee zwar, aber nicht selten auch Realität.

Kunststück: Lassen und gelassen werden

Nach der Geburt brauchen beide Eltern Zeit, das Neugeborene kennenzulernen. Jedes Baby ist besonders und einzigartig. Wann will es Ruhe, wann Anregung, wann die Brust oder die Flasche? Wie lässt es sich am besten beruhigen, welche Liege- oder Haltestellung gefällt ihm am besten? Das alles müssen beide, Vater und Mutter, erst einmal herausfinden. Dabei hilft ihr Kind ihnen intuitiv: Mit seinen Reaktionen zeigt es beiden Eltern, was es wann und wie am besten haben möchte.

Es kann vorkommen, dass die Partnerin meint, mit dem Säugling besser umgehen zu können: Alte Rollenbilder sitzen oft tief. Davon sollte man sich nicht verunsichern oder gar entmutigen lassen. Nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen ziehen Vorteile daraus, wenn sich beide Eltern gleichermaßen kompetent um das Neugeborene kümmern und sich dabei auch beide als Lernende begreifen.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17.02.2016