Namenswahl: Was geht und was nicht

Einen Vornamen für das Kind zu finden, ist nicht immer einfach. Er will gut überlegt sein, schließlich trägt das Kind diesen Namen sein Leben lang.

Babyhand mit Namensbändchen © Handke-Neu/Corbis Images
© Handke-Neu/Corbis Images

Die Entscheidung für einen Vornamen ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Modische Trends spielen dabei ebenso eine Rolle wie Familientraditionen oder die Bedeutung eines Namens. Bei allen Überlegungen zur Namensgebung darf vor allem eins nicht vergessen werden: Ein Kind sollte sich mit seinem Vornamen wohl fühlen können – schließlich trägt es ihn sein ganzes Leben. Besonders ausgefallene oder schwierig auszusprechende Namen können für das Kind zur Belastung werden.

Wer sich bei der Suche nach einem Vornamen anregen lassen möchte, kann auf Namenslisten zurückgreifen, die in den Standesämtern ausliegen. Im Buchhandel sind zahlreiche Bücher über Vornamen und ihre Bedeutung erhältlich. Auch im Internet gibt es eine Vielzahl von Namenslisten. Hier finden sich zudem regelmäßig aktualisierte „Hitlisten“ der beliebtesten und damit häufigsten Vornamen.

Das Standesamt entscheidet mit

Gänzlich frei sind die Eltern bei der Namenswahl nicht. In punkto Vornamen gibt es in Deutschland zwar keine eigenen gesetzlichen Regelungen, aber doch einige Bestimmungen, nach denen sich die Standesämter bei der Eintragung eines Vornamens richten:

  • Ein Vorname darf nicht beleidigend oder lächerlich sein.
  • Er muss als Vorname erkennbar sein; deshalb sind Nachnamen, Titel, Sach- oder Produktbezeichnungen unzulässig. Umstritten sind Ortsnamen, weil sie in vielen Ländern als Vornamen gestattet sind.
  • Der Vorname muss das Geschlecht des Kindes erkennen lassen. Es ist aber beispielsweise möglich, einen Jungen „Maria“ zu taufen, wenn er zusätzlich einen eindeutig männlichen Vornamen erhält.
  • Bei biblischen Namen gibt es Einschränkungen: So ist „Judas“ wegen der negativen Bedeutung des Namens nicht zugelassen.
  • Ausländische Vornamen sind in Deutschland grundsätzlich zugelassen. Allerdings muss nachweisbar sein, dass es den betreffenden Namen in einem Land tatsächlich gibt und dass er dort dem Geschlecht des Kindes entspricht.

Rechtssicherheit

In manchen Fällen ist es Auslegungssache, ob ein Vorname den genannten Kriterien entspricht oder nicht. Allerdings muss jeder Vorname standesamtlich genehmigt oder gerichtlich zugelassen werden.

Wer sichergehen möchte, dass es beim Standesamt keine Schwierigkeiten mit der Eintragung des Vornamens gibt, kann sich vorab eine Bestätigung holen: Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) sowie die Namensberatungsstelle der Universität Leipzig stellen gegen eine Gebühr Bestätigungen über die Zulässigkeit von Vornamen oder ein ausführliches Gutachten aus. Die Standesämter wenden sich in Zweifelsfällen gegebenenfalls selbst an diese Institutionen.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 07.03.2012