33. bis 40. Schwangerschaftswoche: Vor der Geburt

Der Geburtstermin rückt näher, die meisten Kinder drehen sich jetzt in die Geburtsposition. Der Bauchumfang macht immer mehr zu schaffen. Viele Frauen warten nun ungeduldig auf die ersten Wehen.

Unbequeme Zeiten für Schwangere

© BZgA/HN/Eichhöfer

Ab dem neunten Schwangerschaftsmonat nimmt eine werdende Mutter pro Woche etwa ein Pfund zu. Der Bauchumfang wächst deutlich. Mit dem schwerer werdenden Kind senkt sich die Gebärmutter tiefer ins Becken. Dadurch wird das Zwerchfell entlastet, sodass die Frau wieder leichter atmen kann. Auch der Magen hat dann wieder mehr Platz. Dafür drückt die Gebärmutter jetzt noch mehr auf die Blase und sorgt für häufigeren Harndrang. 

Viele Schwangere haben nun Rückenschmerzen. Das Sitzen und das Schlafen fallen schwerer, und auch die Lust auf Sex mag sich oft nicht mehr so recht einstellen. Auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, sich die nötige Ruhe zu gönnen und auch mal die Beine hochzulegen, ist jetzt besonders wichtig.

Engmaschigere Vorsorgeuntersuchungen

Ab der 33. Schwangerschaftswoche finden die Vorsorgeuntersuchungen vierzehntägig statt. Dabei werden vor allem die Größe und Lage des Kindes überprüft, um zu schauen, ob es sich zeitgerecht und gut entwickelt. Auch der Zustand des Muttermundes kann kontrolliert werden und die Schwangere wird besonders sorgfältig auf Anzeichen einer Präeklampsie untersucht.

Letzte Vorbereitungen

Die verbleibende Zeit bis zur Geburt kann genutzt werden, um die letzten Vorbereitungen für die Geburt und das Wochenbett zu treffen: Berufstätige Frauen haben im Betrieb vielleicht noch einiges zu regeln, ehe der Mutterschutz beginnt. Das Mutterschaftsgeld kann schon vor Beginn der Mutterschutzfrist beantragt werden.

Auch der Klinikkoffer kann schon gepackt und die Erstausstattung für das Baby vervollständigt werden.

Wer mag, kann in den sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin den Damm (das ist das Gewebe zwischen Scheide und After) täglich massieren, am besten mit einem naturbelassenen Öl. Eine solche Dammmassage kann helfen, einen Dammschnitt bei der Geburt zu vermeiden.

Kopfüber ins Finale

Gewöhnlich dreht sich das Kind etwa vier Wochen vor der Geburt mit dem Kopf nach unten in die richtige Geburtsposition. Mit dieser Wendung sinkt es tiefer ins Becken. Die unregelmäßig auftretenden Senkwehen, die damit einhergehen, werden meist als Hartwerden des Bauches und als Ziehen im Kreuz wahrgenommen. 

Das Kind hat im Becken nun weniger Bewegungsfreiheit. Es kann keine Purzelbäume mehr schlagen, dafür macht es sich jetzt deutlicher durch Tritte und Stöße bemerkbar. Gelegentlich drückt es auch mit dem Kopf gegen den Beckenboden. Die Schwangere nimmt dann in der Scheide ein Zucken oder Vibrieren wahr. 

Falls sich das Kind noch nicht in die Kopflage gedreht hat, kann es das bis kurz vor der Geburt nachholen. Etwa vier Prozent der Kinder tun dies allerdings nicht, sie bleiben in der sogenannten Steißlage. Auch dann gibt es noch Möglichkeiten, das Kind zu einer Drehung zu bewegen. Ist das Kind gesund und im Verhältnis zum mütterlichen Becken nicht zu groß, kann es auch bei einer Steißlage vaginal zur Welt kommen. Die Hebamme, die Ärztin oder der Arzt müssen jedoch über genug Erfahrung mit Entbindungen aus der Steißlage verfügen. Die Geburtsklinik sollte speziell dafür qualifiziert sein.

Die ersten Geburtswehen

Angesichts der vielfältigen Belastungen in den letzten Schwangerschaftswochen ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Schwangeren die Geburt ungeduldig herbeisehnen. Die Stimmung wechselt zwischen innerer Unruhe, Ängsten und freudiger Zuversicht, besonders kurz vor Einsetzen der Wehen.

Häufig sind Schwangere in den letzten Tagen vor der Geburt verunsichert, wenn sie Gebärmutterkontraktionen spüren: Sind es noch Übungswehen oder kündigt sich die Geburt schon an? Übungswehen treten in unregelmäßigen Abständen auf, sind kurz und meist verhältnismäßig schmerzlos. Ein warmes Bad kann fast immer Klarheit bringen: Geburtswehen verstärken sich im warmen Wasser, Übungswehen lassen nach kurzer Zeit nach.

Geburtseinleitende Wehen dauern in der Anfangsphase etwa 30 bis 60 Sekunden an und treten alle fünf bis 20 Minuten auf. In der Eröffnungsphase der Geburt werden die Wehen allmählich länger, die Pausen dazwischen kürzer. Die Wehen sind dann schmerzhaft und mit einem Ziehen in Rücken, Kreuzbein und Unterleib verbunden. Oft dauert es aber noch mehr als einen halben Tag, bis die Geburt wirklich beginnt.

Ein weiteres Anzeichen für den baldigen Geburtsbeginn ist der Abgang des Schleimpfropfs, der die Gebärmutter während der Schwangerschaft verschließt. Man nennt diesen Vorgang auch „Zeichnen“. Wenn die Fruchtblase platzt und Fruchtwasser abgeht, ist es Zeit, die Hebamme zu informieren oder die Klinik zu verständigen. Wenn das Kinderköpfchen noch nicht fest im Becken sitzt, ist es ratsam, sich sicherheitshalber liegend ins Krankenhaus fahren zu lassen, damit die Nabelschnur nicht neben das Köpfchen des Kindes rutscht (Nabelschnurvorfall).

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.03.2016