Studium und Ausbildung

Eine Ausbildung machen oder studieren und gleichzeitig ein Kind großziehen – wie ist das zu schaffen? Es gibt eine ganze Reihe von Angeboten, Hilfen und Anlaufstellen für (werdende) Eltern, die sich noch in der Ausbildung oder im Studium befinden.

Auszeit von Ausbildung und Studium

Die meisten (werdenden) Eltern wünschen sich für die erste Zeit mit dem Baby eine Auszeit, damit sie sich um ihr Kind kümmern können.

Eltern, die sich in der Ausbildung befinden, können in Elternzeit gehen. Für die Dauer der Elternzeit wird die Berufsausbildung unterbrochen. Das heißt: Die Ausbildungszeit verlängert sich um die Dauer der Elternzeit – Zeiten der Elternzeit werden also sozusagen „drangehängt“. Für genauere Informationen wenden Sie sich bitte vor Antritt der Elternzeit an die zuständige Kammer beziehungsweise die Kultusbehörde des Landes.

Studierende können ein Urlaubssemester nehmen, um für einige Monate mit dem Studium auszusetzen. Hier gilt es allerdings einige Dinge zu beachten, da für die Zeit des Urlaubssemesters der Studierenden-Status wegfällt. Das bedeutet zum Beispiel, dass der Anspruch auf BAföG während des Urlaubssemesters erlischt. Ein Urlaubssemester kann auch sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen haben, zum Beispiel auf die Krankenversicherung. Studierende (werdende) Eltern sollten sich deshalb vorher genau informieren. Die meisten Hochschulen bieten einen Beratungsservice zum Studium mit Kind an.

Nach der Geburt können Auszubildende und Studierende Anspruch auf Elterngeld und möglicherweise auf weitere finanzielle Unterstützung haben.

Berufliche Ausbildung in Teilzeit

Das Berufsausbildungsgesetz bietet die Möglichkeit einer Berufsausbildung in Teilzeit, wenn „ein berechtigtes Interesse“ des oder der Auszubildenden vorliegt (§ 8 BBiG). Dazu zählt die Betreuung eines Kindes.

Bei einer Teilzeitausbildung wird entweder die wöchentliche oder die tägliche Arbeitszeit reduziert. Die Arbeitszeit beträgt dann pro Woche zwischen 20 und 30 Stunden. Normalerweise führt dies nicht zu einer Verlängerung der Ausbildung – außer die wöchentliche Arbeitszeit liegt unter 25 Stunden. Dann wird im Einzelfall entschieden.

Eine Teilzeitausbildung ist in allen anerkannten Berufen des dualen Berufsausbildungssystems möglich.

Die Ausbildungsvergütung wird normalerweise anteilig gekürzt. Teilzeit-Auszubildende können ihre Ausbildungsvergütung in der Regel durch verschiedene Unterstützungsleistungen ergänzen, zum Beispiel Berufsausbildungsbeihilfe. Diese sind abhängig von der konkreten Lebenssituation. Deshalb ist es sinnvoll, sich bei der Arbeitsagentur beraten zu lassen.

Organisation des Studiums

Wie sich Studium und Familie am besten vereinbaren lassen, hängt von der Fachrichtung und vom konkreten Studiengang ab. Denn die verschiedenen Studiengänge unterscheiden sich sehr in ihrer Organisation, ihren Studienordnungen, dem Zeitaufwand und danach, wie flexibel die Studierenden bei der Gestaltung ihres Studiums sind.

Viele Studien- und Prüfungsordnungen sehen Sonderregelungen für Studierende mit Kind(ern) vor. Hier sollten Sie sich genau informieren. Ansprechpartner sind die Fakultäten und die allgemeine Studienberatung. An vielen Universitäten gibt es mittlerweile auch spezielle Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner für Familien.

Finanzielle Unterstützung für (werdende) Eltern in Studium und Ausbildung

Noch in der Ausbildung oder im Studium zu sein und bereits die Verantwortung für eine Familie zu tragen, ist nicht zuletzt eine finanzielle Herausforderung. Auszubildende und Studierende verdienen in der Regel nur wenig und sind daher oft auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen.

Aber es gibt auch andere finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für Mütter und Väter in Studium und Ausbildung. Was konkret für Sie in Frage kommt, können Sie bei Schwangerschaftsberatungsstellen, den örtlichen Studierendenwerken, der für Sie zuständigen BAföG-Stelle und beim örtlichen Jugendamt erfragen.

Kinderbetreuung

Eine Ausbildung machen, studieren, daneben noch erwerbstätig sein, um den Familienunterhalt zu bestreiten – das alles geht in der Regel nicht ohne Kinderbetreuung . Manchmal können Großeltern einspringen. Meist wird aber eine externe Kinderbetreuung gebraucht. Für Studierende sind hier die Studierendenwerke oft gute Ansprechpartner. Sie bieten an vielen Hochschulen Kinderbetreuung an. Das macht es organisatorisch leichter, Studium und Kind zu vereinbaren.

Auch andere Betreuungseinrichtungen kommen in Frage. Kindertagesstätten in öffentlicher Trägerschaft erheben in der Regel einkommensabhängige Beiträge von den Eltern, das heißt, Familien mit einem niedrigen Einkommen müssen nur wenig oder gar nichts bezahlen. Außerdem können Sie möglicherweise einen Betreuungskostenzuschuss erhalten, beispielsweise für eine Tagesmutter oder einen Tagesvater. Wenden Sie sich in allen Fragen rund um die Kinderbetreuung an das örtliche Jugendamt.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.05.2019