Geburtsbegleitung: Wer kommt mit?

Die Geburt eines Kindes ist ein zutiefst berührendes, aber auch sehr störanfälliges Ereignis. Die richtige Begleitung von Mutter und Kind ist deshalb sehr wichtig. Sie erfordert von allen Beteiligten ein hohes Maß an Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Die meisten Frauen wünschen sich, ihr Kind in ruhiger Atmosphäre im Kreis vertrauter Menschen zur Welt zu bringen. Um das Gebären ihres Kindes als ein beglückendes Familienereignis erleben zu können, möchten viele Frauen von ihrem Partner und einer kompetenten Hebamme liebevoll umsorgt werden. Doch auch eine gute Freundin oder eine andere vertraute Person können eine gute Unterstützung und Begleitung sein.

Da eine Geburt sehr anstrengend ist, Konzentration erfordert und überdies eine sehr intime Angelegenheit ist, ist es wichtig, sich gut zu überlegen, wer bei diesem ganz besonderen Ereignis dabei sein soll. Erfahrungsgemäß ist es am besten, wenn nur ein bis zwei Personen als Geburtsbegleiter anwesend sind. Helfer können sich auch abwechseln; ein zu häufiger Wechsel kann allerdings Unruhe verbreiten und den Ablauf der Geburt stören.

Hat sich eine Frau entschlossen, ohne Begleitpersonen zu entbinden, ist sie deshalb aber nicht allein. Die Hebamme wird sie eher intensiver betreuen als die Frauen, die von Angehörigen unterstützt werden.

Die Rolle der Hebamme

Kreißsaal Schild mit bunten Quadraten
© BZgA/HN/Eichhöfer

Mit der Aufnahme in den Kreißsaal beginnt die Fürsorge und Hilfe der Hebamme. Ihre Aufgabe ist es, die werdende Mutter, ihren Partner und das Kind durch alle Phasen der Geburt zu begleiten und zu versorgen.

Im Verlauf der Geburt wird sich die Hebamme bemühen, die Zeit der Wehen für die Frau so erträglich wie möglich zu gestalten. In der Austreibungsphase stimmt die Hebamme mit der Frau ab, in welcher Position sie das Kind gebären möchte. Sobald sich das Köpfchen des Kindes durch die Beckenbodenmuskulatur nach außen schiebt, wird es von der Hebamme empfangen.

Auch unmittelbar nach der Geburt kümmert sich die Hebamme um das Kind: Sie schaut, ob es gesund ist, misst und wiegt es. Anschließend hilft sie der Mutter, das Neugeborene an die Brust zu legen.

Hebammen sind berechtigt, normale Geburtshilfe und Nachsorge (Wochenbett-Betreuung) zu leisten, ohne dass eine Ärztin oder ein Arzt anwesend sein muss. Sobald aber Unregelmäßigkeiten oder Probleme auftreten, muss eine Ärztin oder ein Arzt hinzugezogen werden. Das gilt für Hausgeburten ebenso wie für Geburten in einer Entbindungsklinik.

Werdende Väter und Angehörige im Kreißsaal

Die meisten Frauen bitten ihren Partner als engste Vertrauensperson, sie bei der Geburt zu unterstützen und bei ihnen zu sein. Wenn er gut vorbereitet ist, kann der Mann seiner Partnerin eine große Hilfe sein. Er kann sie während der Wehen stützen und halten, sie zwischendurch massieren oder ihr einfach durch seine Nähe helfen.

Die Geburt ihres Kindes wird von den meisten Männern als großartiges Erlebnis empfunden. Manche Paare ziehen es aber aus unterschiedlichen Gründen vor, das Geburtserlebnis nicht zu teilen. Nicht selten fällt es Männern schwer, mit den Schmerzen ihrer Partnerin umzugehen und ihre Frau sehr anders als sonst zu erleben. Unerwartete Geburtsverläufe können die begleitenden Partner mehr verunsichern als die mitten im Geschehen befindliche Gebärende. Manchmal bestehen auch Ängste, die erotische Anziehung könnte später durch die intensive Erfahrung der Geburt überlagert werden und leiden.

Jede werdende Mutter tut gut daran, für sich selbst und zusammen mit ihrem Partner zu klären, inwieweit er sie während der Geburt unterstützen kann, ob er die ganze Zeit anwesend sein soll und welche Rolle er als Geburtshelfer übernehmen will.

Außer dem Partner kann auch jede andere Vertrauensperson eine Frau zur Geburt begleiten. Ob das die beste Freundin, die Schwester, Mutter oder Schwiegermutter ist, richtet sich allein nach dem Bedürfnis der Frau. 

Geduld beweisen und sich selbst versorgen

Wer auch immer zur Geburt mitkommt, muss sich darauf einstellen, dass sie viele Stunden dauern und einige Geduldsproben erfordern kann.

Die Begleitpersonen müssen sich in dieser Zeit selbst um ihre Bedürfnisse wie Trinken, Essen, Schlafen und Bewegung kümmern. Übermüdete und hungrige Begleiter sind für werdende Mütter im Kreißsaal meist keine wirkliche Hilfe.

Die meisten Kliniken bieten nur kleine Snacks und Getränke wie Tee, Kaffee oder Wasser an. Die Cafeteria, die Kantine und der Kiosk eines Krankenhauses sind nachts häufig geschlossen. Daher ist es gut, sich rechtzeitig zu kümmern und alles Wichtige in die Klinik mitzubringen.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.02.2015