Smartphones und Handys in der Schwangerschaft

Ob die Benutzung von Mobilfunkgeräten in der Schwangerschaft die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden kann, ist wissenschaftlich noch ungeklärt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann einige Regeln beachten.

Frau mit Handy
© BZgA/HN/Eichhoefer

Handys und Smartphones produzieren zum Teil starke elektromagnetische Strahlung, die in den Körper eindringen kann. Die Werte sind dann besonders hoch, wenn der Empfang schlecht ist und das Mobilfunkgerät viel Sendeleistung aufwenden muss, um die Verbindung herstellen und halten zu können.

Starke Strahlung entsteht zudem, wenn ein Smartphone auch unterwegs eine Internet-Verbindung hat. Das Gerät versucht dann, auch bei schlechtem Empfang Daten wie E-Mails, Website-Inhalte oder App-Aktualisierungen zu übertragen.

Handys geben unterschiedlich starke Strahlung ab. Die Hersteller müssen für jedes Modell den sogenannten SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) ermitteln. Als Grenzwert zum Schutz der Gesundheit hat sich international ein Wert von 2 Watt pro Kilogramm im Kopfbereich durchgesetzt. Als besonders strahlungsarm gelten Handys mit einem Wert von unter 0,6 Watt pro Kilogramm. Derzeit (Stand Frühjahr 2014) liegt mehr als der Hälfte aller Modelle über dem empfohlenen Grenzwert für strahlungsarme Handys.

Unklare Studienlage

Smartphones gehören erst seit wenigen Jahren zum täglichen Leben. Daher gibt es noch keine verlässlichen Studienergebnisse über mögliche Langzeitfolgen durch Mobilfunkstrahlen für Mütter und ihre ungeborenen Babys.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betont, dass nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand die aktuellen Grenzwerte ausreichen, um vor Gesundheitsrisiken zu schützen. Es schränkt jedoch ein, dass die Gefahren einer langfristigen Belastung durch Mobilfunkstrahlung bei Erwachsenen noch unbekannt sind. Auch Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern können laut BfS nicht sicher ausgeschlossen werden.

Wie stark strahlt mein Smartphone?

Das Bundesamt für Strahlenschutz bietet unter www.bfs.de/sar-werte-handy die Möglichkeit, den SAR-Wert des eigenen Handys zu ermitteln und mit dem anderer Modelle zu vergleichen.

Handys und Smartphones, die unterhalb des empfohlenen Grenzwerts von 0,6 Watt pro Kilogramm liegen, gelten als „strahlungsarm“ und können das Umweltzeichen „Blauer Engel“ tragen. Das Siegel weist darüber hinaus auf eine „umwelt- und recyclingfreundliche Produktion“ des Mobilfunkgerätes hin.

Tipps für eine strahlungsarme Smartphone- und Handynutzung

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat Empfehlungen zusammengestellt, die auch Schwangere berücksichtigen können. So können sie Stärke und Dauer der Strahlungsbelastung für sich selbst und das ungeborene Kind so gering wie möglich halten:

  • Achten Sie beim Kauf eines neuen Gerätes auf einen SAR-Wert von unter 0,6.

  • Halten Sie Telefonate mit Ihrem Smartphone oder Handy möglichst kurz.

  • Vermeiden Sie es, bei schlechtem Empfang mobil zu telefonieren oder zu surfen. Das gilt insbesondere in Zügen und anderen Fahrzeugen.

  • Nutzen Sie zu Hause wenn möglich das Festnetz.

  • In geschlossenen Räumen ist das Surfen über WLAN deutlich strahlungsärmer als die mobile Datenübertragung.

  • Da beim Verbindungsaufbau besonders viel Strahlung entsteht, ist es besser, das Gerät erst dann ans Ohr zu halten, wenn die Verbindung hergestellt ist.

  • Legen Sie sich das Smartphone beim Check Ihrer E-Mails, beim Schreiben einer SMS oder beim Surfen möglichst nicht auf den Bauch.

  • Nutzen Sie ein Headset, um das Handy oder Smartphone nicht direkt am Körper zu tragen.

  • Wenn Sie Ihr Handy oder Smartphone unterwegs nahe am Körper tragen, ist es ratsam, WLAN und die mobile Datenübertragung nur bei Bedarf zu aktivieren. Um alle Funkfunktionen auszustellen, können Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus schalten.
 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.08.2014