Übelkeit und Erbrechen

Viele Frauen haben zu Beginn der Schwangerschaft mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen: Acht von zehn Frauen ist übel, teilweise mit Würgereiz, vier von zehn müssen sich erbrechen. Viele Schwangere beschreiben eine Abneigung gegen bestimmte Gerüche oder Speisen, oftmals gegen Fleisch.

Die Übelkeit tritt oft vor allem morgens auf, kann aber auch zu anderen Tageszeiten einsetzen. Bei den meisten Frauen verschwinden die Beschwerden im Laufe des vierten Monats, bei manchen bleiben sie aber bis zum Ende der Schwangerschaft bestehen.

Wie kommt es dazu?

Die Ursachen für die Übelkeit sind unklar. Es werden genetische, hormonelle und stoffwechselbedingte Gründe angenommen. Möglicherweise könnte der veränderte Geruchs- und Geschmackssinn von Schwangeren dazu dienen, den Embryo vor Krankheitserregern und Giftstoffen zu schützen.

Was tun?

Um die Beschwerden zu lindern, helfen oft schon kleine Veränderungen des Tagesablaufs, die Sie ohne großen Aufwand ausprobieren können. Vielen Schwangeren hilft es, morgens noch vor dem Aufstehen etwas zu sich zu nehmen (beispielsweise ein paar trockene Kekse oder etwas Zwieback). Da die Beschwerden bei nüchternem Magen meist stärker sind, kann es hilfreich sein, über den Tag verteilt häufiger kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut. Gönnen Sie sich außerdem ausreichend Ruhe und versuchen Sie möglichst, das zu meiden, was bei Ihnen die Übelkeit auslöst, zum Beispiel bestimmte Gerüche wie Kaffee oder starke Gewürze. Auch regelmäßige Bewegung, etwa ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft, tut gut.

Ob Akupressur, etwa in Form eines Armbands am Handgelenk, zu einer Verbesserung beitragen kann, weiß man nicht genau – die Studienergebnisse sind uneinheitlich. Die Wirksamkeit von Akupunktur konnte bisher in Studien nicht belegt werden.

Ingwer als Tee, Sirup, in Kapsel- oder Pulverform konnte in einzelnen Studien die Beschwerden lindern.

Es gibt auch einige, teilweise verschreibungspflichtige Medikamente gegen Übelkeit. Zudem werden oft weitere naturheilkundliche Verfahren oder Vitamine empfohlen. Es ist in jedem Fall wichtig, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen, was sich für Sie am besten eignet und ob etwas gegen die Behandlung mit einem bestimmten Präparat oder Verfahren spricht.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Da Übelkeit und Erbrechen auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein können, sollten Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber sprechen. Das gilt besonders dann, wenn die Beschwerden erst nach der 20. Schwangerschaftswoche auftreten.

Starkes und langanhaltendes Erbrechen führt zu hohem Flüssigkeitsverlust und Gewichtsabnahme. Das wird als Hyperemesis gravidarum bezeichnet, kommt aber nur bei einer bis drei von hundert Schwangeren vor. Eine ärztliche Behandlung ist dann dringend erforderlich.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.03.2019