Bundesstiftung Mutter und Kind: Finanzielle Hilfe in Notlagen

Sie befinden sich in einer schwierigen Situation und erwarten ein Baby? Die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ hilft Schwangeren in finanziellen Notlagen schnell und unbürokratisch.

Wie hilft die Bundesstiftung?

Babykleid und Spielzeug
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Die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ hat zum Ziel, schwangeren Frauen die Entscheidung für ein Leben mit dem Kind und damit für die Fortsetzung ihrer Schwangerschaft zu erleichtern.

Die Stiftung hilft finanziell zum Beispiel bei der Anschaffung von Schwangerschaftsbekleidung, der Erstausstattung des Kindes, der Weiterführung des Haushalts, der Wohnungseinrichtung sowie der Betreuung des Kleinkindes, etwa um eine Ausbildung beenden zu können.

Höhe und Dauer der Unterstützung richten sich nach den besonderen Umständen der persönlichen Notlage der werdenden Mutter, aber auch nach der Gesamtzahl der Antragstellerinnen. Die Leistungen werden höchstens bis zum dritten Lebensjahr des Kindes gezahlt. Einen Rechtsanspruch auf finanzielle Hilfen der Bundesstiftung gibt es nicht.

Die Zuschüsse der Bundesstiftung werden nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet und dürfen bei der Berechnung solcher Leistungen nicht als Einkommen berücksichtigt werden. Sie dürfen auch nicht gepfändet werden.

Was sind die Voraussetzungen für finanzielle Hilfen der Bundesstiftung?

Um Mittel der Bundesstiftung erhalten zu können, müssen Sie

  • sich in einer finanziellen Notlage befinden, also nicht genügend Geld haben, um die Ausgaben durch die Schwangerschaft und Geburt sowie die anschließende Pflege und Erziehung des Kindes zu bestreiten,
  • in Deutschland wohnen,
  • die bestehende Schwangerschaft nachweisen (durch den Mutterpass oder ein Schwangerschaftsattest von der Ärztin oder dem Arzt).

Zuschüsse aus der Bundesstiftung erhalten Sie nur, wenn andere Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II („Hartz IV“), Wohngeld oder Sozialhilfe nicht ausreichen oder nicht rechtzeitig eintreffen.

Um festzustellen, ob Sie finanzielle Unterstützung durch die Bundesstiftung bekommen können, überprüft die Schwangerschaftsberatungsstelle Ihre Einkommensverhältnisse.

Stiftungsmittel können grundsätzlich auch von neu zugewanderten Menschen beantragt werden.

Wo und wann kann ich die Unterstützung beantragen?

Der Antrag auf finanzielle Hilfen der Bundesstiftung kann nur bei bestimmten Schwangerschaftsberatungsstellen vor Ort gestellt werden. Die entsprechenden Adressen finden Sie über die Beratungsstellensuche in diesem Portal. Setzen Sie dort in der Suchmaske ein Häkchen bei "Beantragung von Mitteln der Bundesstiftung Mutter und Kind".

Die Beraterinnen und Berater in den Schwangerschaftsberatungsstellen helfen Ihnen beim Ausfüllen der Antragsformulare und bei den notwendigen Nachweisen. Außerdem werden Sie, wenn Sie möchten, individuell und vertraulich zu weiteren Hilfsangeboten beraten.

Nach Prüfung der finanziellen Notlage entscheidet die Beratungsstelle oder die zuständige Landesstiftung über den Antrag. Die Bundesstiftung selbst ist weder am Antrags- noch am Bewilligungsverfahren beteiligt. Wichtig ist, dass Sie den Antrag möglichst früh in der Schwangerschaft und in jedem Fall vor der Geburt Ihres Kindes stellen.

Die Stiftung in Zahlen

Für die Bundesstiftung werden jährlich mindestens 92 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt. Die Mittel werden an die Landesstiftungen für Frauen und Familien in Not und andere zentrale Einrichtungen der Bundesländer vergeben. In Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz und Thüringen helfen die Landesstiftungen auch mit eigenen Stiftungsmitteln. Im Durchschnitt unterstützt die Bundesstiftung rund 150.000 Frauen pro Jahr – etwas mehr als jede fünfte Schwangere.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.05.2019