Ursachen von Geburtsschmerz

Viele Frauen machen sich vor der Geburt Sorgen, wie sie den erwarteten Schmerz verkraften. Zu wissen, welchen Sinn Wehen für die Geburt haben und was die Schmerzempfindungen auslöst, kann helfen, sie besser zu bewältigen.

© BZgA/HN/Eichhöfer
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Wehenschmerzen sind nicht mit Schmerzen vergleichbar, wie man sie zum Beispiel von Unfallverletzungen oder Erkrankungen kennt. Sie weisen nicht auf eine Wunde oder Krankheit hin, sondern auf eine natürliche, aktive Reaktion des Körpers. Wehenschmerzen sind Muskelschmerzen, die durch die kräftigen, rhythmischen Kontraktionen der Gebärmutter ausgelöst werden. Dabei ziehen sich die Gebärmuttermuskeln nach oben und öffnen so den Muttermund. Der Druck der Muskelarbeit schiebt das Kind gleichzeitig nach unten.

Neben den Wehen schmerzt die Dehnung der an der Geburt beteiligten Gewebe und Organe. Der schmerzempfindliche Muttermund ist vor der Geburt verschlossen. Damit das Köpfchen des Kindes hindurchpasst, muss er sich bis auf einen Durchmesser von etwa zehn Zentimetern öffnen. Auch die normalerweise straffen Muskeln und Bänder des Beckenbodens sowie der Damm werden während der Geburt weit gedehnt. 

Schmerzwahrnehmung und körpereigene Schmerzlinderung

Die Wahrnehmung der Geburtsschmerzen ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich, denn jede hat eine andere Schmerzgrenze. Verschiedene Faktoren beeinflussen, wie der Schmerz wahrgenommen und verarbeitet wird: neben der körperlichen Konstitution und seelischen Verfassung der Frau auch die äußeren Umstände der Geburt.

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Während der Geburt setzt die Natur wirksame Mittel ein, die helfen, mit den Schmerzen umzugehen: 

  • Die Wehen sind zeitlich begrenzt: Auf jede Wehe folgt in der Regel eine Pause, in der sich der Körper immer wieder kurz erholen und neue Kraft sammeln kann. 
  • Die Ausschüttung von Hormonen und körpereigenen Schmerzmitteln, den sogenannten Endorphinen, verringert die Schmerzen während der Geburt. 
  • Bei vielen Frauen lässt die Vorfreude auf das Kind die Schmerzen immer wieder in den Hintergrund treten.

Auch Angst verursacht Schmerz

Angst vor den Schmerzen kann zu Verkrampfung führen, die schmerzverstärkend wirkt, die Entspannung zwischen den Wehen verhindert und die Geburt verlängert. Die Spirale aus Angst, Verkrampfung und Schmerz kann aber unterbrochen werden: Das Wissen um die Bedeutung des Schmerzes, Vertrauen in die eigene Kraft, liebevolle Begleitung während der Geburt sowie bewusste Entspannung und Atmung helfen, die Schmerzen besser zu bewältigen.

Auch der Gedanke daran, dass die Geburt keinesfalls nur ein schmerzhaftes Ereignis ist, kann helfen, Ängste vor Geburtsschmerzen abzubauen. Viele Mütter berichten, dass sie während der Geburt eine innere Kraft entwickelt haben, mit deren Hilfe sie die Wehen besser bewältigen konnten.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.04.2014