Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs

Wird die Schwangerschaft nach der Beratungsregelung abgebrochen, muss die Frau den Eingriff selbst bezahlen, es sei denn, ihr Einkommen liegt unter einer bestimmten Grenze. Dann werden die Kosten übernommen.

Kosten nach der Beratungsregelung

© BZgA/HN
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Frauen, die einen straffreien Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung vornehmen lassen, tragen die Kosten für den Eingriff selbst. Für einen ambulanten Schwangerschaftsabbruch muss man mit Kosten zwischen 350 und 600 Euro rechnen, je nach gewählter Methode (operativ oder medikamentös) und der Narkoseart. Der medikamentöse Abbruch kostet weniger als der operative, da keine Narkose notwendig ist.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die ärztliche Beratung, für die notwendigen Vor- und Nachuntersuchungen bei einem Schwangerschaftsabbruch und für mögliche Nachbehandlungen bei Komplikationen.

Finanzielle Hilfe

Hat eine Frau nur ein geringes oder gar kein Einkommen und auch kein kurzfristig verwertbares Vermögen, hat sie unter bestimmten Bedingungen einen Anspruch auf die Übernahme der Kosten für den Abbruch. Dies ist unabhängig von ihrem Krankenversicherungsstatus. Die Verfahrensweise ist im Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) im Abschnitt „Hilfe für Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen in besonderen Fällen“ (§§ 19 f. SchKG) geregelt. Einen Anspruch auf Kostenübernahme haben auch Frauen, die Sozialleistungen beziehen oder in einer Einrichtung leben, deren Kosten von der Sozial- oder Jugendhilfe getragen werden. Die jeweils gültigen gesetzlichen Bestimmungen können in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle erfragt werden.

Die Bemessungsgrenze für das persönlich verfügbare Einkommen liegt bei monatlich rund 1142 Euro (Stand Juli 2017). Sie erhöht sich, wenn minderjährige Kinder mit im Haushalt leben, und auch, wenn die Wohnungsmiete einen bestimmten Betrag überschreitet.

Besteht Anspruch auf eine finanzielle Hilfe, trägt das Bundesland, in dem die Frau ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, die Kosten für den Abbruch. Sie erstrecken sich auf die Leistungen des Eingriffs selbst und eine medizinisch erforderliche Nachbehandlung. Der Antrag kann bei jeder gesetzlichen Krankenkasse gestellt werden. Bei Antragstellung müssen die Frauen ihre Gründe für den Schwangerschaftsabbruch nicht nennen, notwendig sind aber Nachweise über ihre Einkommenssituation.

Die Krankenkasse stellt eine Bescheinigung über die Kostenübernahme aus und übernimmt die finanzielle Abwicklung.

Wichtig ist, dass die Kostenübernahme vor dem Schwangerschaftsabbruch bei einer gesetzlichen Krankenkasse beantragt werden muss, denn rückwirkend werden keine Kosten übernommen. Die Bescheinigung über die Kostenübernahme erhält die Einrichtung, bei der der Abbruch vorgenommen wird.

Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs mit Indikation

Liegt eine medizinische oder kriminologische Indikation für einen Schwangerschafts-abbruch vor, werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Private Krankenversicherungen übernehmen meist nur die Kosten für die medizinische Indikation. Im Fall einer kriminologischen Indikation muss man mit der jeweiligen Privatversicherung die Kostenerstattung klären.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.03.2018