Der operative Schwangerschaftsabbruch

Der operative Schwangerschaftsabbruch wird in der Regel ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis durchgeführt. Nach dem Eingriff und einer kurzen Ruhephase kann die Frau nach Hause gehen. Der operative Abbruch kann in einer kurzen Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Operativer Abbruch

Der operative Schwangerschaftsabbruch wird auch als instrumenteller oder chirurgischer Abbruch bezeichnet. Das Standardverfahren ist die Vakuumaspiration, auch Absaugung oder Saugkürettage genannt. Dabei wird unter Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung ein schmales Röhrchen durch die Scheide in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Durch dieses Röhrchen werden der Embryo und die Gebärmutterschleimhaut abgesaugt. Die früher häufig durchgeführte Kürettage, bei der mit einem löffelartigen Instrument die Gebärmutter ausgeschabt wird, wird aufgrund einer höheren Komplikationsrate nicht mehr empfohlen.

Der operative Abbruch findet in der Regel ambulant in Kliniken, Tageskliniken oder in entsprechend ausgestatteten Arztpraxen statt.

Wie läuft der operative Schwangerschaftsabbruch ab?

Der operative Schwangerschaftsabbruch verläuft in der Regel in drei Schritten:

  1. Beratung und Voruntersuchung
    Zu Ihrem Termin in der Praxis oder Klinik bringen Sie den Beratungsschein mit. Die weiteren benötigten Unterlagen (zum Beispiel Blutgruppenausweis, Krankenversicherungskarte etc.) erfragen Sie am besten bei der Terminvergabe. Die Ärztin oder der Arzt prüft mit einer Ultraschalluntersuchung die Lage der Gebärmutter und das Alter der Schwangerschaft. Möglicherweise wird Ihnen eine Tablette mitgegeben, die Sie einige Stunden vor dem Abbruch nehmen, um den Muttermund für den Eingriff weicher und leichter dehnbar zu machen. Bei der Voruntersuchung werden Sie auch über Vor- und Nachteile der Vollnarkose und der örtlichen Betäubung aufgeklärt, sodass Sie sich für eine Methode entscheiden können, sofern beide angeboten werden.

    Wird der Eingriff in Vollnarkose durchgeführt, dürfen Sie wie bei jeder Narkose einige Stunden vorher nichts essen, trinken, kein Kaugummi kauen und nicht rauchen.

  2. Eingriff und Narkose
    Bei einer Vollnarkose erhalten Sie das Narkosemittel über eine in die Armvene gelegte Nadel. Haben Sie sich für eine örtliche Betäubung entschieden, bekommen Sie vorab auf Wunsch ein Schmerz- und Beruhigungsmittel. Danach werden der Muttermund und der Gebärmutterhals betäubt. Im Anschluss wird der Muttermund mit Metallstäbchen vorsichtig einige Millimeter aufgedehnt, sodass ein Saugröhrchen eingeführt werden kann, durch das der Embryo und die Gebärmutterschleimhaut abgesaugt werden. Nach der Absaugung zieht sich die Gebärmutter mit wehenartigen Kontraktionen auf ihre ursprüngliche Größe zusammen. Anschließend prüft der Arzt oder die Ärztin, ob Schleimhaut und Embryo vollständig entfernt wurden. Nach etwa zehn bis 15 Minuten ist der eigentliche Eingriff beendet.

    Frauen mit einer Rhesus-negativen Blutgruppe erhalten nach dem Abbruch Anti-D-Immunglobuline, um die Bildung von Antikörpern bei einer späteren Schwangerschaft zu verhindern.

  3. Nach dem Eingriff
    Nach der Vollnarkose werden Sie etwas benommen sein. Sie können sich in einem Ruheraum der Praxis oder Klinik ausruhen, bis sich Ihr Kreislauf erholt hat. Falls Sie den Eindruck haben, ein zusätzliches Schmerzmittel sei nötig, besprechen Sie mit dem Arzt oder der Ärztin, welches für Sie in Frage kommt.

    Sie sind nach dem operativen Abbruch nicht verkehrstüchtig und sollten nicht Auto oder Fahrrad fahren. Wenn Sie eine Vollnarkose hatten, ist es notwendig, dass Sie jemand abholt und nach Hause begleitet.

    Bevor Sie nach Hause gehen, erhalten Sie Informationen, worauf Sie in den nächsten Tagen achten sollten, sowie eine Telefonnummer, die Sie im Notfall anrufen können.

In der Regel wird eine Nachuntersuchung bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff empfohlen.

Was nach dem Eingriff zu beachten ist

Nach dem Abbruch setzt eine Blutung ein, die im Regelfall schwächer ist als eine normale Menstruation. Sie kann bis zu zwei Wochen andauern. Bis die Blutung aufhört, sollten Sie nicht schwimmen gehen, keine Vollbäder nehmen, keine Tampons benutzen und auch auf Geschlechtsverkehr verzichten.

In den Tagen nach dem Abbruch stellt sich der Körper hormonell um, sodass Brüste und Unterleib sich vielleicht wieder anders anfühlen. Manchmal macht sich auch ein seelisches Tief bemerkbar.

Es kann hilfreich sein, sich für die ersten Tage praktische und seelische Unterstützung aus dem Freundes- oder Familienkreis zu organisieren. Es ist ratsam, sich nach dem Eingriff etwas zu schonen und bei Bedarf arbeitsunfähig schreiben zu lassen. Auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber wird der Grund der Arbeitsunfähigkeit nicht genannt.

Komplikationen sind selten

Ein operativer Schwangerschaftsabbruch ist ein sehr sicherer Eingriff. Verletzungen der Gebärmutter, Einrisse des Muttermundes, Narkosezwischenfälle oder ein hoher Blutverlust treten sehr selten auf.

Bei Fieber, starken Blutungen oder anhaltenden Unterbauchschmerzen sollten Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen, um Komplikationen wie eine Entzündung oder verbliebenes Restgewebe in der Gebärmutter auszuschließen. Auch diese Komplikationen sind sehr selten, sie treten bei jeweils bis zu zwei Prozent der Eingriffe auf.

Verläuft der Schwangerschaftsabbruch ohne Komplikationen, hat er keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und auf spätere Schwangerschaften. 

Die Verhütung nicht vergessen

Mit dem Abbruch beginnt ein neuer Menstruationszyklus. Damit besteht auch die Möglichkeit einer neuen Schwangerschaft. Sie können mit der Ärztin oder dem Arzt schon im Informationsgespräch vor dem Abbruch besprechen, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.04.2018