Der Vaginalring

Der Vaginalring ist ein hormonhaltiger, flexibler Kunststoffring, der Östrogen und Gestagen enthält. Er wird in die Scheide eingeführt. Die Hormone gelangen langsam in den Blutkreislauf und verhindern den Eisprung und damit eine Schwangerschaft.

Wirkung

Die Wirkungsweise des Vaginalrings ist mit der Pille zu vergleichen. Die Hormone verhindern den monatlichen Eisprung und verändern zusätzlich die Schleimkonsistenz im Gebärmutterhals, um ein Eindringen der Spermien zu verhindern. Die Wirkstoffe gelangen über die Scheidenwände direkt in die Blutbahn. In Deutschland sind derzeit zwei Präparate zugelassen. Sie enthalten die gleichen Wirkstoffe in gleicher Menge.

Anwendung

Den Vaginalring gibt es in einer Universalgröße; er passt sich jeder Frau an. Der Ring wird (bei der ersten Anwendung) zwischen dem ersten und fünften Tag der Regel von der Frau selbst in die Scheide eingeführt. Während der ersten sieben Tage der Anwendung sollte zusätzlich beispielsweise mit einem Kondom verhütet werden. Wurde bereits vorher ein Hormonpräparat wie die Pille zur Verhütung verwendet, sollte der Zeitpunkt des Wechsels mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen vorab besprochen werden.

Nach dem Einführen wird der Ring drei Wochen lang in der Scheide belassen. Nach diesen drei Wochen entfernt die Frau ihn selbst. Der Ring sollte mit dem Hausmüll und nicht über die Toilette entsorgt werden. Nach einer Woche Pause, in der normalerweise (meistens nach drei Tagen) eine Blutung eintritt, wird ein neuer Ring eingeführt, auch wenn die Blutung noch nicht beendet ist. Auch in der ringfreien Woche ist ein Empfängnisschutz gewährleistet. 

Der Ring sollte immer am gleichen Wochentag und zur gleichen Uhrzeit eingesetzt und entfernt werden. Wird er an einem Sonntag um 21 Uhr eingelegt, sollte er also drei Wochen später ebenfalls am Sonntag um 21 Uhr entfernt werden. Nach der siebentätigen ringfreien Phase wird der Ring wieder am Sonntag gegen 21 Uhr eingesetzt. Das Zeitfenster, innerhalb dessen der Vaginalring erneut eingelegt wird, sollte drei Stunden nicht überschreiten. Es besteht sonst die Möglichkeit, dass ein Eisprung ausgelöst wird. 

In Ausnahmefällen kann der Vaginalring für maximal drei Stunden entfernt werden, zum Beispiel wenn er beim Geschlechtsverkehr stört. Danach muss er jedoch wieder kontinuierlich für 24 Stunden eingelegt bleiben, um seine Wirkung nicht zu verlieren.

Einfache Handhabung

Der Verhütungsring wird, ähnlich wie ein Tampon, in die Scheide eingeführt und so weit wie möglich nach oben geschoben. Dabei hat es keine Auswirkung auf die Wirksamkeit, wie und wo der Ring in der Scheide liegt. Er sollte lediglich nicht als störend empfunden werden. Zum Entfernen des Rings führt die Frau einen Finger in die Scheide ein, fasst das untere Ende des Rings und zieht ihn heraus. 

Sollte der Ring einmal versehentlich beim Geschlechtsverkehr oder Entfernen eines Tampons herausrutschen, kann er innerhalb von drei Stunden problemlos wieder eingesetzt werden. Die empfängnisverhütende Wirkung wird dadurch nicht beeinträchtigt. Der Ring sollte dann vor dem Wiedereinsetzen mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden. Keinesfalls sollten Seifenlösungen oder Desinfektionsmittel verwendet werden. 

Wenn der Vaginalring bei Raumtemperatur (nicht über 30°C) aufbewahrt wird, darf er vier Monaten nach dem Abgabedatum der Apotheke nicht mehr verwendet werden. Bei Lagerung im Kühlschrank gilt das Verfallsdatum auf der Verpackung.

Sicherheit

Bisherige Studien bescheinigen diesem Verhütungsmittel eine sehr hohe Sicherheit, vergleichbar mit der Pille. Beim Einsatz von pflanzlichen Arzneimitteln wie zum Beispiel Johanniskraut und Mitteln gegen Epilepsie, Tuberkulose, HIV oder anderen Infektionen ist – wie bei der Einnahme der Pille – mit einer Verminderung der Wirksamkeit zu rechnen. 

Die Herstellerfirmen gehen davon aus, dass die kontrazeptive Wirkung des Vaginalrings durch die Einnahme der beiden Antibiotika Doxycyclin und Amoxicillin nicht beeinträchtigt wird.

Vorteile

Dank der einfachen Handhabung kann die Frau den Ring selbst einführen und wieder entfernen. Sie ist damit nicht auf eine Anpassung durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen angewiesen. Nach dem Einführen muss nicht mehr täglich an Verhütung gedacht werden. Für Frauen, die mit der regelmäßigen Einnahme von Verhütungsmitteln Schwierigkeiten haben, ist dies ein wichtiger Aspekt. 

Gegenüber der Pille hat der Vaginalring einen weiteren Vorteil: Magenverstimmungen, Erbrechen und Durchfall beeinträchtigen – anders als bei der Pille – die empfängnisverhütende Wirkung nicht. Medizinische Gründe für den Vaginalring können deshalb Krankheiten wie Essstörungen, insbesondere Bulimie, und chronische Darmentzündungen sein.

Nachteile

Die häufigsten Nebenwirkungen des Vaginalrings sind Kopfschmerzen, Scheidenentzündungen und Ausfluss aus der Scheide. Auch Akne, Stimmungsschwankungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Brustspannen und -schmerzen, schmerzhafte monatliche Blutungen und Gewichtszunahme wurden beobachtet.

Der Vaginalring erhöht wie alle kombinierten hormonellen Verhütungsmittel, die Östrogen und Gestagen enthalten, das Risiko für venöse Thromboembolien. Nach Schätzungen müssen 6 bis 12 von 10.000 Frauen pro Anwendungsjahr mit einer venösen oder arteriellen Thromboembolie rechnen. Zum Vergleich: Von den Frauen, die kein kombiniertes hormonelles Verhütungsmittel benutzen, sind statistisch pro Jahr nur 2 von 10.000 davon betroffen. Deshalb sollte vor dem Einsatz des Vaginalrings mit der Ärztin oder dem Arzt sorgfältig geklärt werden, ob eine mögliche Anfälligkeit für Thrombosen besteht.

Gegenanzeigen

Bei einer Pilzinfektion sollte mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen Rücksprache gehalten werden, da bestimmte Wirkstoffe des angewandten Medikaments eventuell die Wirksamkeit des Rings herabsetzen.

Bei schweren Scheidensenkungen sollte der Ring nicht verwendet werden. Auch Frauen, die aus medizinischen Gründen die Pille nicht nehmen sollen, wird von einer Anwendung des Vaginalrings abgeraten. Während der Stillzeit sollte der Vaginalring nicht angewendet werden.

Kosten

Der Vaginalring kostet in der Dreierpackung etwa 48 Euro.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.03.2015