Die Hormonspirale

Die Hormonspirale wird in die Gebärmutter eingelegt und gibt dort kontinuierlich ein Hormon ab. Sie ist etwa fünf Jahre lang wirksam. Die Hormonspirale ist bei jungen Frauen, die noch keine Kinder haben, nicht das Mittel der ersten Wahl.

Bild zeigt eine Hand, die eine Hormonspirale hält © BZgA/HauptwegNebenwege

Die Hormonspirale (Handelsname des bisher einzigen in Deutschland erhältlichen Präparats: Mirena®) besteht wie die herkömmliche Spirale aus einem T-förmigen Kunststoffteil, dessen Schaft mit einem kleinen Hormondepot versehen ist. Ein dünner Kunststoff-Faden dient der Entfernung der Spirale. Die Hormonspirale wird, ähnlich wie die herkömmliche Spirale, von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Sie gibt das Gestagen Levonorgestrel direkt in der Gebärmutterschleimhaut ab.

Die Wirkung und Anwendung der Hormonspirale

Vor dem Einsetzen der Spirale findet eine gynäkologische Untersuchung zur Beurteilung von Form und Größe der Gebärmutter und zum Ausschluss einer Entzündung statt. Dann wird die Spirale mit Hilfe eines dünnen Röhrchens durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Dies geschieht üblicherweise am Ende der ersten Tage der Menstruation, da dann der Gebärmutterhalskanal am weitesten ist. Der korrekte Sitz in der Gebärmutter wird per Ultraschall überprüft. Die empfängnisverhütende Wirkung der Hormonspirale setzt sofort nach dem Einlegen ein.

Die freigesetzten Hormone machen den Zervixschleim im Gebärmutterhals dicker. Dadurch wird er für die Spermien undurchlässiger. Die Spermien, die dennoch durchkommen, werden in ihrer Beweglichkeit gehemmt. Außerdem hemmt das Gestagen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, wodurch die Möglichkeit abnimmt, dass sich eine eventuell befruchtete Eizelle einnisten kann. Die Hormonspirale ist bis zu fünf Jahre wirksam.

Die Sicherheit

Die Hormonspirale ist seit Ende der 1990er Jahre zugelassen. Bisherige Studien zeigen, dass sie eine hohe Sicherheit aufweist.

Die Vorteile

Bei vielen Frauen wird die monatliche Blutung durch die Hormonspirale kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft. Bei bis zur Hälfte der Frauen bleibt die Blutung nach einigen Monaten fast ganz aus. Das empfinden viele als großen Vorteil. Da ausschließlich Gestagene freigesetzt werden, ist die Hormonspirale auch für Frauen mit Östrogenunverträglichkeit geeignet. Aus dem gleichen Grund bestehen auch während der Stillzeit keine Bedenken gegen die Hormonspirale.

Schriftliche Einverständniserklärung

Nicht jede Frau verträgt die die Hormonspirale. Ärzte und Ärztinnen sind deshalb verpflichtet, Frauen vor dem Einsetzen der Hormonspirale ausführlich über mögliche Risiken aufzuklären. Seit 2007 muss außerdem den Frauen die Gebrauchsinformation über die Hormonspirale ausgehändigt werden. Vor dem Einsetzen muss die Frau schriftlich bestätigen, dass sie über die Risiken aufgeklärt wurde und mit der Einlage der Hormonspirale einverstanden ist.

Die Nachteile

Als Nebenwirkungen der Hormonspirale können Zwischenblutungen, unregelmäßige, beziehungsweise gar keine Blutungen, Unterleibsschmerzen, Brustspannen, Kopfschmerzen, Akne, depressive Verstimmungen, Nervosität und sexuelle Unlust auftreten.

Bei bis zu fünf Prozent der Frauen kann es im Laufe der Zeit zu einem Verrutschen oder einem Ausstoßen der Spirale kommen.

Bauchhöhlenschwangerschaften können ebenso wie bei der Kupferspirale eintreten, das Risiko dafür ist extrem niedrig. Ein Symptom können Schmerzen im Unterbauch sein. Bei Unterbauchschmerzen sollte also die Ärztin oder der Arzt aufgesucht werden.

Bei vorausgegangener Thrombose, häufigen Unterleibsentzündungen oder bei einem erhöhtem Risiko sich an einer sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken, sollte die Hormonspirale nicht gelegt werden. Die Hormonspirale schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Das Brustkrebsrisiko bei Anwendung der Hormonspirale ist vergleichbar mit dem Risiko bei Anwendung eines hormonellen Kombinationspräparats.

Beim Einsetzen der Hormonspirale nach der Geburt ist das Risiko einer möglichen Verletzung der Gebärmutterwand erhöht. Sicherheitshalber sollte die Hormonspirale deshalb erst drei Monate nach der Geburt eingelegt werden. Auch eine Lageanomalie der Gebärmutter kann das Risiko der Verletzung erhöhen.

Die Hormonspirale ist bei Frauen, die noch nicht geboren haben, nicht als Methode der ersten Wahl anzusehen und sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn andere zuverlässige Methoden nicht eingesetzt werden können.

Die Kosten

Die Hormonspirale kostet zwischen 250 und 400 Euro. Der Preis gilt für Beratung, Untersuchung und für das Einlegen der Spirale. Die erste Lagekontrolle mit Ultraschall nach dem Einlegen der Spirale ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, weitere empfohlene Ultraschallkontrollen der Lage müssen selbst bezahlt werden.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.11.2013