Der Schritt will jedoch wohl überlegt sein und kommt erst dann in Frage, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist. Dabei gilt es zu bedenken, dass die Lebensumstände sich jederzeit ändern können – und mit ihnen die einstmals feste Überzeugung, mit der Sterilisation das Richtige zu tun.
Schätzungen zufolge bereuen fünf bis zehn Prozent der sterilisierten Frauen später ihren Entschluss. Unter den Männern wünscht sich ein ähnlich hoher Prozentsatz die Fortpflanzungsfähigkeit zurück. In den meisten Fällen ist es eine neue Beziehung, die den Wunsch nach Kindern wieder aufleben lässt.
Fortschritte in der Mikrochirurgie haben dazu geführt, dass sich eine Sterilisation im Prinzip wieder rückgängig machen lässt (Refertilisierung). Sowohl bei Männern als auch bei Frauen besteht die Möglichkeit, die durchtrennten Samen-, beziehungsweise Eileiter operativ wieder miteinander zu verbinden.
Die Erfolgsaussichten einer Refertilisierung sind relativ gut. Eine Erfolgsgarantie gibt es jedoch nicht. Außerdem ist der operative Eingriff aufwändig und relativ teuer: Die Kosten belaufen sich bei der Frau zwischen 3000 und 4000 Euro, beim Mann sind sie etwas geringer.
Deshalb gilt es nach wie vor, das Für und Wider sorgfältig abzuwägen, bevor sich jemand sterilisieren lässt. Beratungsstellen liefern hierzu wertvolle Informationen.
Beide Partner sollten in dem Wunsch nach einer als endgültig gedachten Verhütungsmethode übereinstimmen. Sie sollten überlegen, welche Auswirkungen der Schritt auf ihre Beziehung haben könnte – auch im sexuellen Bereich. Das gilt ebenso für Männer und Frauen, die nicht in einer festen Beziehung leben.
Niemand sollte sich zu einer Sterilisation drängen oder sie nur dem Partner zuliebe durchführen lassen. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob dieser Schritt der Richtige ist.
Weiterführende Informationen
- Sichergehn
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt die 76-seitige Broschüre "Sichergehn" vor. Die Broschüre informiert über verschiedene Aspekte von Verhütung bzw. Verhütungsmethoden. Sie kann bestellt oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 04.11.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Lässt sich die Sterilisation beim Mann rückgängig machen?
Wenn die Sterilisation eines Mannes nicht länger als einige Jahre zurückliegt, lässt sich seine Fruchtbarkeit in vielen Fällen durch eine mikrochirurgische Operation wiederherstellen (Refertilisierung). Dabei werden die durchtrennten Samenleiter wieder zusammengefügt. Es gibt zwei Operationsverfahren. Meistens genügt eine Vasovasostomie, bei der die beiden einstmals durchtrennten Samenleiter wieder miteinander vernäht werden. Ist dies nicht möglich, kann bei der chirurgisch deutlich anspruchsvolleren Tubulovasostomie der Samenleiter neu an den Nebenhoden angeschlossen werden. Beide Verfahren können ambulant durchgeführt werden, erfordern aber eine Vollnarkose. Eine Vasovasostomie dauert etwa zwei, eine Tubulovasostomie bis zu vier Stunden.
Die Kosten für eine Refertilisierung liegen je nach Methode zwischen etwa 1500 und 4000 €. Sie werden von den Krankenkassen im Allgemeinen nicht übernommen.

