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Die Minipille

Minipillen enthalten ausschließlich Gestagene. Sie haben meist geringere Nebenwirkungen als Kombinationspillen, die die Hormone Östrogen und Gestagen enthalten. Da sie besonders niedrig dosiert sind, müssen sie jeden Tag zur selben Uhrzeit eingenommen werden.


Minipillen enthalten als Wirkstoff entweder das Gestagen Levonorgestrel oder Desogestrel. Beide Hormone sorgen dafür, dass sich der Schleim im Gebärmutterhals so verfestigt, dass keine Samenfäden in die Gebärmutter eindringen können. Außerdem baut sich unter ihrem Einfluss die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend auf, sodass sich ein befruchtetes Ei nur schwer einnisten könnte. Im Gegensatz zu Levonorgestrel unterbindet Desogestrel in der Regel zusätzlich noch den Eisprung und gewährleistet damit eine höhere Verhütungssicherheit.

Grafik zu den Einnahmephasen der Minipille
Lupe

Die Anwendung

Bei der ersten Anwendung der Minipille beginnt man mit der Pilleneinnahme am ersten Tag der Menstruation. In diesem Fall setzt die empfängnisverhütende Wirkung sofort ein. Nimmt man die erste Pille zwischen Tag zwei und fünf der Regelblutung ein, muss in den sieben Folgetagen zusätzlich mit einer Barrieremethode (zum Beispiel einem Kondom) verhütet werden. Wechselt man von einem anderen hormonellen Verhütungsmittel zur Minipille, können andere Einnahmeregeln gelten. Für einen sicheren Empfängnisschutz ist es daher wichtig, die Anwendungshinweise im Beipackzettel des jeweiligen Präparates genau zu beachten.

Die Minipille wird 28 Tage durchgängig und ohne anschließende Pillenpause eingenommen.

Die Sicherheit

Weil die Minipillen jeden Tag zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden müssen, verlangt ihre Anwendung große Disziplin.

Bei der Minipille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel ist der Empfängnisschutz bereits bei einer um mehr als drei Stunden verspäteten Einnahme nicht mehr sicher. Aus diesen Gründen ist ihre Zuverlässigkeit nicht so hoch wie die der Kombinationspille.

Bei der Minipille mit dem Wirkstoff Desogestrel ist der Empfängnisschutz bei einer verspäteten Einnahme erst ab zwölf Stunden gefährdet. Sie gilt als ähnlich sicher wie die Kombinationspille.

Die Vorteile

Minipillen haben im Allgemeinen geringere Nebenwirkungen als Kombinationspillen. Sie eignen sich besonders für Frauen, die Östrogene nicht vertragen. Auch für Frauen, die stillen und dennoch hormonell verhüten wollen, wird die Minipille empfohlen. Der Grund: Gestagene verringern die Milchmenge nicht und verändern die Zusammensetzung der Muttermilch kaum. Dagegen nimmt das Baby bei einer herkömmlichen Pille mit der Muttermilch eine zu große Hormonmenge auf. Außerdem produziert die Mutter unter dem Einfluss von Östrogen weniger Milch.

Die Nachteile

Minipillen können Kopfschmerzen, Akne, Brustspannen, Übelkeit und Stimmungsschwankungen verursachen. Außerdem können Zwischenblutungen und Zyklusunregelmäßigkeiten auftreten, manchmal bleiben die Blutungen ganz aus.

Einige Antibiotika, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Antiepileptika beeinträchtigen die Wirkung der Minipillen.

Die Kosten

Die Minipille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel kostet für einen Monat etwa 12 Euro. Packungen für drei bis sechs Monate sind im Verhältnis preiswerter.

Eine Einzelpackung der Minipille mit dem Wirkstoff Desogestrel kostet etwa 19 Euro, eine Dreimonatspackung ungefähr 35 Euro.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich während der Stillzeit die Pille nehmen?

In der Stillzeit ist die herkömmlichen Kombinationspille nicht zu empfehlen. Sie ist zu hoch dosiert, so dass Hormone, wenn auch in geringen Mengen, in die Muttermilch übergehen und deren Zusammensetzung verändern. Zudem hemmt das in der Kombinationspille enthaltene Östrogen die Milchproduktion. Frauen, die stillen und dennoch mit der Pille verhüten möchten, sollten daher besser die Minipille nehmen. Diese enthält kein Östrogen und ist auch niedriger dosiert als die Kombinationspille.

Stimmt es, dass die Pille dick macht?

Antibabypillen, die die Hormone Östrogen und Gestagen enthalten, stehen im Verdacht, eine Gewichtszunahme zu begünstigen – weil sie angeblich den Appetit steigern, das Körperfett vermehren und Wassereinlagerungen bewirken. Viele Frauen entscheiden sich deshalb gegen Kombinationspräparate als Verhütungsmittel oder setzen die Pille wieder ab.

Eine systematische Auswertung von Studien zur Antibabypille hat jedoch keinen Nachweis gefunden, dass die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel tatsächlich das Körpergewicht beeinflussen. Es zeigte sich kein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Anwendung hormoneller Verhütungsmittel, ihrer Dosierung und einer Gewichtszunahme. Viele Menschen nehmen aber mit den Jahren ohnehin etwas zu – egal, ob sie hormonelle Verhütungsmittel anwenden oder nicht.

Warum gibt es noch keine Pille für den Mann?

An der Entwicklung einer "Pille für den Mann" wird seit Jahrzehnten gearbeitet, bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Alle Versuche – ob mit Hormonen oder mit nicht-hormonellen Wirkstoffen – zielten bisher darauf ab, die Spermienproduktion oder -reifung zu unterbinden oder die Samenzellen in ihrer Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit einzuschränken.

Von den unterschiedlichen Forschungsansätzen hatte eine Hormonkombination aus Gestagenen und Testosteron die bisher besten Chancen, zur Marktreife zu gelangen. Erste Studienergebnisse zeigten, dass der Wirkstoff geeignet sein könnte, die Spermienproduktion zu unterdrücken. Er wurde als jährlich zu wechselndes Implantat, ergänzt durch eine „Dreimonatsspritze“, verabreicht.

Doch im Frühjahr 2007 stellten die Pharmakonzerne Organon und Bayer Schering Pharma, die gemeinsame Forschung bis auf weiteres ein. Grund waren nach Angaben der Konzerne Befürchtungen, dass ein hormonelles Verhütungsmittel als Kombination von Implantat und Spritze von Männern zu wenig angenommen würde.

Derzeit testet die Uniklinik Münster im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer kleinen Studie eine Gestagen-Testosteron-Kombination als Verhütungsspritze für Männer. Chinesische Forschungen sind ebenfalls in der Testphase einer Spritze für den Mann.

Auch wenn sich die Präparate in absehbarer Zeit als tauglich erweisen sollten, bleibt ihre Vermarktung durch die Industrie erst einmal ungewiss.

Stimmt es, dass die Pille dem Körper eine Schwangerschaft vortäuscht?

Die meisten Antibabypillen enthalten Östrogen und Gestagen. Beide Hormone werden auch im weiblichen Körper gebildet. Normalerweise regeln sie den Monatszyklus und den Verlauf einer Schwangerschaft: Sobald es zur Befruchtung einer Eizelle gekommen ist, produziert der Körper mehr weibliche Geschlechtshormone. Sie sorgen dafür, dass sich die befruchtete Eizelle ungestört entwickeln kann. Das Östrogen verhindert die Reifung einer neuen Eizelle. Natürliches Gestagen (Progesteron) bewirkt unter anderem eine Verdickung des Schleims, der den Gebärmutterhals verschließt, damit keine Samenzellen mehr in die Gebärmutter eindringen können.

Einen ähnlichen Effekt haben auch die künstlich hergestellten Hormone in der Pille: Das Östrogen unterbindet den Eisprung, während das Gestagen den Zervixschleim verdickt. Es sorgt zudem dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht vollständig aufgebaut wird. Insofern wird dem Körper mit Einnahme der Pille tatsächlich eine Schwangerschaft vorgetäuscht. Für die meisten Minipillen-Präparate gilt das allerdings nicht: Sie enthalten nur Gestagene und verhindern den Eisprung nicht.

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