Die am Markt erhältlichen technischen Hilfsmittel können die symptothermale Methode ergänzen und die Auswertung der Daten erleichtern. Sie sind jedoch für sich allein keine Verhütungsmethode. Im Gegensatz zu Temperatur- und Hormoncomputern eignen sich kleine Programme fürs Handy (Apps) nicht zur Messung, sondern allein zur Verwaltung von Daten.
Temperatur- und Hormoncomputer wurden eigentlich entwickelt, damit Frauen die symptothermale Methode zur Verhütung anwenden können, ohne die Beobachtung und Aufzeichnung ihrer Körpersignale erlernt zu haben. Ohne die genaue Kenntnis der Methode kommt es jedoch zu vielen Anwendungsfehlern. Frauen, die in der Anwendung der symptothermalen Methode geübt sind, finden die etwa 100 bis 200 Euro teuren Minicomputer meist unnötig. Zur Verwirklichung eines Kinderwunschs können sie aber hilfreich sein.
Temperaturcomputer
Es gibt verschiedene Modelle, die das Aufzeichnen und Auswerten der Aufwachtemperatur übernehmen. Die handtellergroßen, batteriebetriebenen Geräte sind zum Beispiel in Apotheken oder im Internet-Versandhandel erhältlich. Sie messen die Körperwärme mit einem Thermofühler, werten die Daten aus und geben fruchtbare und unfruchtbare Perioden durch Leuchtsignale an.
Temperaturcomputer können die Anwendung der symptothermalen Methode erleichtern. Zur Verhütungssicherheit der aktuellen Geräte gibt es bisher jedoch keine aussagekräftigen Studien, sondern nur Erfahrungswerte. Danach kalkulieren Temperaturcomputer im Vergleich zur Beobachtung mit der symptothermalen Methode eher zu lange fruchtbare Zeiten. Dies führt zu unnötigen Einschränkungen des Sexuallebens.
Hormoncomputer
Hormoncomputer ermitteln die fruchtbaren Tage mit Hilfe von Hormonanalysen aus dem Morgenurin. Die Anwenderin wird an bestimmten Tagen aufgefordert, einen Hormontest mit einem Teststreifen durchzuführen. Der Computer wertet diese Tests aus und gibt fruchtbare und unfruchtbare Perioden mit einem Lichtsignal an.
Hormoncomputer eignen sich vor allem für Paare mit Kinderwunsch. Durch geplanten Geschlechtsverkehr an den fruchtbaren Tagen können sie die Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen. Als Hilfsmittel für die Verhütung sind sie jedoch nicht sehr verlässlich, da sie eine kürzere fruchtbare Periode als die Temperaturcomputer ermitteln. Dies geht auf Kosten der Sicherheit.
Ein Vorteil der Hormoncomputer ist, dass die allmorgendliche Temperaturmessung entfällt. Es müssen nur an einigen Tagen im Zyklus Urintests durchgeführt werden. Allerdings werden dafür monatlich mehrere Teststreifen benötigt, was die Methode nicht nur wegen der Anschaffungskosten kostspielig macht. Hormoncomputer sind zudem nur für Frauen geeignet, deren Zyklus eine Länge von 23 bis 35 Tagen hat.
NFP-Apps fürs Handy
Kleine Handy-Programme zur symptothermalen Methode beziehungsweise natürlichen Familienplanung (NFP) können die Aufzeichnung und Verwaltung der selbst beobachteten Daten zur Zykluslänge, Aufwachtemperatur und zur Beschaffenheit des Zervixschleims erleichtern. Aus den ins Handy eingegebenen Daten erstellt das Programm eine Zykluskurve, zeigt unfruchtbare und fruchtbare Tage im Kalender an und ermöglicht Vergleiche über mehrere Zyklen. Wer möchte, kann sich durch ein Signal an den täglichen Eintrag erinnern lassen. Die mobilen Programme machen herkömmliche Zyklusblätter überflüssig.
Beratungsstellensuche
Häufig gestellte Fragen
Wie kommt es, dass die Temperatur nach dem Eisprung ansteigt?
Nach dem Eisprung gibt der im Eibläschen befindliche Gelbkörper das Hormon Progesteron ins Blut ab. Dieses Hormon beeinflusst unter anderem das Temperaturzentrum im Gehirn, sodass die Körpertemperatur um einige Zehntelgrad ansteigt.
Wie spüre ich, ob ich einen Eisprung habe?
Kaum eine Frau kann den exakten Termin ihres Eisprungs spüren oder berechnen. Wenn eine Frau ihren Zyklus sorgfältig beobachtet, kann sie aber recht sicher sagen, in welchem Zeitraum der Eisprung stattfindet.
Einige Frauen spüren den bevorstehenden Eisprung als dumpfen oder ziehenden Schmerz in der linken oder rechten Seite des Unterleibs („Mittelschmerz“). Bei manchen Frauen sind die Brüste zur Zeit des Eisprungs sehr empfindlich. Einige wenige Frauen haben zum Zeitpunkt des Eisprungs eine leichte Blutung von ein bis zwei Tagen. Manche bemerken diese Anzeichen nur in manchen Zyklen, in anderen jedoch nicht. Viele Frauen können ihren Eisprung gar nicht spüren.
Es ist viel darüber spekuliert worden, ob und wie der steile Anstieg von Sexualhormonen um den Eisprung herum das Verhalten von Frauen beeinflusst. Es gibt Frauen, die um den Eisprung herum mehr sexuelle Lust empfinden. Allerdings liegen zu entsprechenden Berichten und Erfahrungen keine aussagekräftigen Studien vor.

