Die Verhütungskappe (Handelsname des bisher einzigen in Deutschland erhältlichen Präparats: lea®contraceptivum) wird in die Scheide eingeführt. Sie hat eine tassenförmige Vertiefung mit einem stabilen Rand, ein Ventil und eine Kontrollschlaufe. Die Sicherheit wird erhöht durch die zusätzliche Anwendung eines Gels, das auf den Rand der Kappe aufgetragen wird. Hierfür sollte auf keinen Fall eine Creme oder ein Schaumpräparat verwendet werden, da sie das Material angreifen können. Zur Auswahl stehen Gels mit Zitronen- oder Milchsäure sowie nonoxynolhaltige Gels. Nonoxynol wirkt spermienabtötend, kann aber bei Frauen und Männern Schleimhautreizungen und selten auch allergische Reaktionen auslösen. Als gut verträglich gelten Gels auf Milch- oder Zitronensäurebasis. Sie bilden eine mechanische Barriere vor dem Muttermund und verringern den pH-Wert in der Scheide, was die Spermien lähmt.
Die Wirkung und Anwendung
Das Lea Contraceptivum wird wie das Diaphragma durch die Scheide vor den Muttermund gesetzt. Beim Einführen wird Luft verdrängt, die durch das Ventil austritt. Durch den so entstehenden Unterdruck legt sich der stabile Rand der Kappe fest an die Scheidenwand an.
Die Größe und Form des Lea Contraceptivums gewährleisten den korrekten Sitz. Durch das Ventil können außerdem Sekrete und Menstruationsblut aus der Gebärmutter abfließen. Dadurch bleibt die natürliche Scheidenflora erhalten. Die integrierte Kontrollschlaufe erleichtert das Entfernen des Lea Contraceptivums. Nach dem Geschlechtsverkehr muss das Lea Contraceptivum noch mindestens acht Stunden in der Scheide liegen bleiben.
Die Sicherheit
Diese Verhütungskappe ist nicht sehr verbreitet. Nach Berichten aus der Praxis ist die Akzeptanz bei den Anwenderinnen jedoch hoch. Ihre Sicherheit ist mit dem Kondom und dem Diaphragma vergleichbar. Ein Verrutschen ist selten. Für gesicherte Aussagen zur Sicherheit des Lea Contraceptivums gibt es jedoch noch zu wenig wissenschaftliche Daten.
Die Vorteile
Das Lea Contraceptivum muss dank seiner Universalgröße nicht individuell angepasst werden. Durch die Kontrollschlaufe lässt sich die Verhütungskappe leicht wieder aus der Scheide entfernen. Das Lea Contraceptivum kann – aufgrund des Abflussventils – 48 Stunden in der Scheide belassen werden. Damit wird den Paaren eine größere Spontaneität ermöglicht als zum Beispiel beim Diaphragma.
Die Nachteile
Mit der Zeit – nach etwa sechs bis neun Monaten – kann sich das Lea Contraceptivum etwas verfärben und einen leichten Geruch annehmen. Es ist etwa ein Jahr haltbar und muss spätestens dann ausgetauscht werden. Es ist daher teurer als zum Beispiel das Diaphragma.
Aufgrund seiner Größe wird das Lea Contraceptivum von manchen Frauen als störend empfunden.
Die Kosten
Das Lea Contraceptivum ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich und kostet zwischen 46 und 50 Euro. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

