Die FemCap

Die FemCap ist eine Weiterentwicklung der klassischen Portiokappen, die es nicht mehr zu kaufen gibt. Ihre Sicherheit hängt von der richtigen Anpassung und sachgemäßen Anwendung ab.

Die Verhütungs- oder Portiokappe (Handelsname des bisher einzigen in Deutschland erhältlichen Präparats: FemCap®) besteht aus einer nach innen gewölbten Kuppel und einem breitem Rand (Krempe). An der Kuppel ist ein Griff zum Entfernen nach Gebrauch angebracht. Die FemCap ist in drei Größen erhältlich und sollte von einer geschulten Fachkraft angepasst werden.

Wirkung und Anwendung

Ähnlich wie das Diaphragma wird die FemCap in die Scheide eingeführt und direkt über den Muttermund gestülpt, so dass sie eine Barriere zwischen den Spermien und der Gebärmutter bildet. Sie sitzt richtig, wenn ein Unterdruck entsteht und sich die Kappe festsaugt. Dabei legt sich der Rand an die Scheidenwand.

Die FemCap wird immer in Kombination mit einem Gel angewandt. Dies kann ein spermienabtötendes Mittel mit dem Wirkstoff Nonoxynol sein oder ein Produkt auf Basis von Milch- oder Zitronensäure. Gels aus Milch- oder Zitronensäure bilden eine mechanische Barriere vor dem Muttermund. Sie verringern außerdem den pH-Wert in der Scheide, was die Spermien unbeweglicher macht.

Eine etwa erbsengroße Menge Gel wird in die Wölbung der Kappe gegeben, zusätzlich ein halber Teelöffel auf die Innenseite der Kappe, in den Rand zwischen Krempe und Kuppel.

Die Kappe muss vor Beginn der sexuellen Erregung eingesetzt werden, damit sie sich ausreichend am Muttermund festsaugen kann. Wichtig ist, vor dem Geschlechtsverkehr mit den Fingern zu tasten, ob die FemCap fest vor dem Muttermund sitzt.

Die FemCap muss mindestens sechs Stunden nach dem Geschlechtsverkehr vor dem Muttermund bleiben. Spätestens 48 Stunden nach dem Einführen sollte sie wieder entfernt werden. Dazu drückt man mit dem Finger von unten gegen die Wölbung der Kappe, um den Unterdruck zu lösen. Dann lässt sich die FemCap durch Zug am Griff aus der Scheide entfernen.

Sicherheit

Die Sicherheit der FemCap hängt davon ab, ob sie richtig angewendet wird. Wichtig ist, dass die FemCap in einer Arztpraxis, in einer Beratungsstelle, einem Familienplanungs- oder Frauengesundheitszentrum sorgfältig angepasst wird. Bei richtiger Größe, optimalem Sitz und sachgemäßer Anwendung ist das Risiko gering, dass die Kappe verrutscht.

Sinnvoll ist, das korrekte Einsetzen nach dem Anpassen in der Arztpraxis oder Beratungsstelle zu üben. Bis man die FemCap wirklich sicher einsetzen kann, ist die Anwendung zusätzlicher Verhütungsmittel wie zum Beispiel Kondomen ratsam.

Die FemCap sollte nicht mehr benutzt werden, sobald das Material spröde und alt wirkt oder sich gar Risse zeigen. Am besten ersetzt man sie nach etwa einem Jahr durch eine neue Kappe. Nach einer Geburt, Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch ist es wichtig, die Passgröße überprüfen zu lassen.

Die Vorteile

Die FemCap muss nur bei Bedarf benutzt werden. Der Hormonhaushalt der Frau bleibt unbeeinflusst, und es treten keine gesundheitlichen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen auf. Die Anwendung wird von einigen Frauen als wertvolle Selbsterfahrung geschätzt, da sie sich und ihren Körper dabei besser kennen lernen.

Da die FemCap aus Silikon besteht, ist sie auch für Frauen mit einer Latexallergie geeignet. Sie ist flexibel in der Anwendung, da sie schon zwei Stunden vor dem Verkehr eingelegt werden kann und erst 48 Stunden danach wieder entfernt werden muss.

Nachteile

Die Anwendung der FemCap erfordert Übung. Erst wenn die Handhabung sicher gelingt, bietet sie zuverlässigen Verhütungsschutz.

Nonoxynolhaltige Gels können die Schleimhaut reizen und selten auch allergische Reaktionen wie Jucken und Brennen auslösen. Wer auf diese Produkte empfindlich reagiert, kann Gels aus Milch- oder Zitronensäure nehmen. Sie gelten als gut verträglich.

Kosten

Die FemCap kostet zwischen 50 und 60 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das Gel und eventuell noch Ausgaben für Versand, Anpassung und Kontrolluntersuchung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.09.2015