HIV und Verhütung

Bei der Wahl einer passenden Verhütungsmethode gibt es für HIV-positive Frauen einige Besonderheiten zu beachten. Das gilt auch für Frauen, die einem hohen HIV-Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

Nur Kondome haben die doppelte Schutzwirkung, eine Schwangerschaft zu verhüten und gleichzeitig die Übertragung des Virus verhindern zu können. Wer bei der Verhütung ganz sicher gehen will, kann zusätzlich ein hormonelles Mittel anwenden. Empfohlen wird jedoch, sich dazu von einer Ärztin oder einem Arzt mit entsprechender Erfahrung beraten zu lassen.

Hormonelle Verhütung und antiretrovirale Therapie

Bei hormonellen Verhütungsmitteln kann es zu Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten kommen. Die Medikamente können zum einen dazu führen, dass die hormonellen Verhütungsmittel nicht mehr zuverlässig wirken und somit der Empfängnisschutz nicht sicher ist. Zum anderen können die Verhütungsmittel die Wirksamkeit der HIV-Medikamente herabsetzen. 

Mögliche Wechselwirkungen hängen davon ab, welche Wirkstoffe in der HIV-Therapie eingesetzt werden. HIV-positive Frauen, die eine antiretrovirale Therapie machen, sollten sich deshalb ärztlich beraten lassen, wenn sie hormonell verhüten möchten.

Erhöhte Ansteckungsgefahr für den Partner oder die Partnerin?

Manche Hormone in Verhütungsmitteln, insbesondere Gestagene, führen möglicherweise zu einer höheren HIV-Konzentration in der Vaginalschleimhaut von HIV-infizierten Frauen. Dadurch könnte sich die Ansteckungsgefahr für den nicht infizierten Partner erhöhen. Die Studienlage ist dazu jedoch noch unzureichend, und es gibt bislang keine Belege für diese Vermutung.

Das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass neben der sorgfältigen Anwendung von Kondomen eine konsequente medikamentöse HIV-Therapie das Ansteckungsrisiko ebenfalls vermindert.

Erhöhte eigene Ansteckungsgefahr?

Einige Studien legen nahe, dass Frauen, die mit der Dreimonatsspritze verhüten, ein höheres Risiko haben, sich mit HIV anzustecken. Die Vermutung ist, dass die Hormone in der Dreimonatsspritze die Vaginalschleimhaut so verändern, dass eindringende Krankheitserreger vom Körper schlechter abgewehrt werden können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist jedoch darauf hin, dass die Studienergebnisse bislang nicht eindeutig sind. Frauen, die einem hohen HIV-Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, sollten den Nutzen und die Risiken der Dreimonatsspritze mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.

Für die Pille wurden bislang keine solchen Zusammenhänge gefunden. Zu anderen hormonellen Verhütungsmitteln liegen keine ausreichenden Daten vor. Bei der Hormonspirale geht die WHO davon aus, dass die Vorteile in der Regel die möglichen Risiken überwiegen.

Hormonelle Verhütung und Krankheitsverlauf

Bislang gibt es keine gesicherten Hinweise, dass hormonelle Verhütungsmittel die weitere Entwicklung einer HIV-Infektion beeinflussen. Die WHO rät Frauen mit HIV in einem fortgeschrittenen Stadium jedoch, mit dem Einsetzen einer Hormonspirale zumindest abzuwarten, bis es zu einer Besserung des Krankheitsbildes gekommen ist. Verhütet die Frau bereits mit einer Hormonspirale, sollte sie die Spirale nicht entfernen lassen, sie sollte sich aber wegen des erhöhten Risikos für Unterleibsinfektionen häufiger und regelmäßig ärztlich untersuchen lassen.

Natürliche Empfängnisverhütung und HIV

Natürliche Empfängnisverhütung wird HIV-positiven Frauen nicht empfohlen. Der Grund: Bei ihnen kommt es häufig zu Zyklusstörungen und Temperaturschwankungen. Auch kann sich der Zervixschleim sowohl durch HIV-bedingte Erkrankungen, als auch durch die antiretroviralen Medikamente so verändern, dass die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage nur sehr schwer zu bestimmen sind.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 11.01.2017