Nachrichten

12.01.2017

Von Akupunktur bis Ultraschall: 49 Empfehlungen der WHO zur Schwangerenvorsorge

Eine gute Schwangerenvorsorge ist für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der beste Weg, um Schwangerschaftskomplikationen zu vermeiden. Eine aktuelle Leitlinie zur „Schwangerenbetreuung für eine positive Schwangerschaftserfahrung“ gibt Empfehlungen für Maßnahmen, deren Nutzen für die Gesundheit von Mutter und Kind wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Hinter dieser Leitlinie steht die Vision der WHO, dass irgendwann überall auf der Welt alle Schwangeren und Neugeborenen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsvorsorge erhalten. Auch wenn der Standard der Schwangerenvorsorge hierzulande bereits sehr hoch ist, sind viele der Empfehlungen auch für Deutschland interessant, da ihnen eine umfassende wissenschaftliche Recherche zugrunde liegt. 

Demnach sollte die Schwangerenvorsorge mindestens acht Termine umfassen, um Komplikationen rechtzeitig zu erkennen. Neben medizinischen Untersuchungen soll hier auch die Beratung zu gesunder Ernährung, die Ermunterung zu körperlicher Aktivität und die Aufklärung über die Gefahren von Zigaretten- und Alkoholkonsum für das ungeborene Kind einen wichtigen Raum einnehmen. 

Nahrungsergänzungsmittel benötigen Schwangere in der Regel nicht, mit Ausnahme von Eisen und Folsäure. Frauen, die sich kalziumarm ernähren, sollten täglich Kalzium einnehmen, um das Risiko für eine Präeklampsie zu senken. Die Einnahme von Multivitaminpräparaten und/oder der Vitamine B6, C, D und E wird nicht empfohlen. Der Immunschutz gegen Tetanus sollte überprüft und bei Bedarf mit einer Impfung aufgefrischt werden.

Bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft rät die WHO zu Ingwer, Kamille, Vitamin B6 und/oder Akupunktur. Regelmäßige sportliche Betätigung ist wichtig zur Vermeidung von Rückenschmerzen. Bei Bedarf kann zusätzlich Physiotherapie, ein Bauchgürtel oder Akupunktur eingesetzt werden. Bei Krampfadern (Varizen) oder Ödemen können Schwangere wählen, ob sie Kompressionstrümpfe tragen, die Beine hochlegen oder es mit Fußbädern versuchen wollen.

Der routinemäßige Einsatz von CTG-Untersuchungen (Herzton-Wehenaufzeichnung) zeigt der WHO zufolge keinen Nutzen und wird nicht empfohlen.

Quelle

Aerzteblatt.de: Von Akupunktur bis Ultraschall: WHO gibt 49 Empfehlungen zur Schwangerenvorsorge. 8. November 2016.

 

Weitere Informationen:

WHO: WHO recommendations on antenatal care for a positive pregnancy experience. (Abruf: 09. Januar 2017).