Nachrichten

23.02.2011

Ungewollte Schwangerschaften trotz Hormonimplantat

In Großbritannien wurden in den vergangenen Jahren knapp 600 Frauen trotz Verwendung des Hormonimplantats Implanon schwanger, teilte die britische Arzneimittelbehörde MHRA mit. Der Hersteller führt dies auf fehlerhaftes Einsetzen des Implantats zurück.

Das Hormonimplantat ist ein vier Zentimeter langes, dünnes Kunststoffstäbchen, das an der Innenseite des Oberarms unter die Haut eingepflanzt wird. Es gibt über einen Zeitraum von drei Jahren regelmäßig geringe Mengen des Hormons Gestagen in den Körper der Frau ab und soll eine Schwangerschaft sehr sicher verhindern. Dazu muss das Stäbchen von speziell geschulten Frauenärztinnen oder Frauenärzten eingesetzt und seine korrekte Lage kurze Zeit nach dem Einsetzen überprüft werden.

Seit der Zulassung des Implantats 1999 (auf dem deutschen Markt ist es seit 2000 erhältlich) gab es jedoch immer wieder Hinweise auf ungewollte Schwangerschaften durch fehlerhaftes Einpflanzen des Implantats. In diesen Fällen gelangten die Hormone des Implantats nicht in den Blutkreislauf, was viele Frauen nicht bemerkten. Zudem wurden Probleme bei der Entfernung des Hormonstäbchens registriert, in einigen Fällen war das Implantat gar nicht mehr auffindbar.

Inzwischen wurde Implanon durch das Implantat Nexplanon ersetzt. Es ist mit einem anderen Applikator ausgestattet und könne beim Röntgen oder bei Computertomographien entdeckt werden, teilte der Hersteller Merck Sharp & Dome mit.

Quelle

Deutsches Ärzteblatt online, 05.01.2011: Hunderte Frauen in Großbritannien trotz Verhütungsmittel schwanger

 

Aargauer Zeitung online, 07.01.2011: Schweizer Frauen wurden trotz Verhütungsstäbchen schwanger

Weitere Informationen:
Das Hormonimplantat