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Spermien: Mit Wasserstoffionen zum Ziel
Männliche Spermien verdanken ihre Beweglichkeit, die sie zur Befruchtung der Eizelle brauchen, möglicherweise einer Art „Protonenantrieb“.
Ein männliches Spermium verfügt nur über geringe Energiereserven auf seinem vergleichsweise weiten Weg zum Ei. Die Natur muss deshalb seine Kräfte klug einteilen. Die im männlichen Körper noch unbeweglichen Spermien entwickeln deshalb erst nach dem Eintritt in die Vagina eine plötzliche Beweglichkeit, die ihnen hilft, möglichst zügig zur Eizelle zu gelangen.
Forscherinnen und Forscher vermuten, dass diese Beweglichkeit dadurch erzeugt wird, dass die Spermien vom sauren Milieu im Hoden zum alkalischen Milieu in der Scheide überwechseln. Sie konnten nachweisen, dass die Konzentration von Wasserstoffionen (Protonen) im Spermium tausendfach höher ist als in der Vagina. Der unterschiedliche Protonengehalt löst wahrscheinlich an der Hülle des Spermiums eine elektrische Reaktion aus, die dazu beiträgt, dass die Protonen aus dem Spermium strömen können. Die Spermien werden dadurch wie ein Luftballon, aus dem schnell Luft entweicht, nach vorn bewegt und können schneller und effektiver ihr Ziel ansteuern. Die Poren, aus denen die Protonen entweichen, sitzen im Bereich des Spermiumschwanzes, der sogenannten Geißel.
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