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13.12.2011

Spätes Abnabeln verbessert Blutwerte des Kindes

In vielen Kliniken werden Neugeborene sofort nach der Geburt abgenabelt. Eine schwedische Studie konnte nun zeigen, dass späteres Abnabeln die Blutwerte verbessert und das Risiko für einen Eisenmangel in den ersten Lebensmonaten senkt.

Das routinemäßige sofortige Abnabeln nach der Geburt soll einem möglichen Blutverlust der Mutter vorbeugen. Der tatsächliche Nutzen dieses Vorgehens wurde bisher jedoch nicht systematisch geprüft. Schwedische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben nun die Auswirkungen auf das Neugeborene untersucht.

Nach der Geburt enthält der Mutterkuchen noch wertvolles Blut. Wird das Neugeborene nicht sofort abgenabelt, kann das restliche Blut weiter in den Körper des Kindes strömen. Diese „mütterliche Bluttransfusion“ kann sein Blutvolumen um bis zu einem Drittel steigern.

Die schwedische Studie verglich die Blutbefunde von 400 Kindern, die zeitgerecht und ohne Komplikationen geboren wurden. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe wurde sofort abgenabelt, die andere frühestens drei Minuten nach der Geburt. Die Neugeborenen der zweiten Gruppe wurden zunächst etwas unterhalb des Mutterleibs gehalten und danach bis zum Abnabeln auf den Bauch der Mutter gelegt.

Nach vier Monaten wurden die Kinder erneut untersucht. Dabei zeigte sich, dass die später abgenabelten Kinder deutlich höhere Werte des Eisenspeicherstoffs Ferritin aufwiesen. Eisen ist nicht nur für die Bindung von Sauerstoff im Blut notwendig, sondern vermutlich auch für die Hirnentwicklung und den Energiestoffwechsel in Nerven und Nervengewebe.

Nur eins von 193 Kindern der spät abgenabelten Gruppe hatte einen Eisenmangel, aber 10 von 189 der sofort abgenabelten Kinder. Nach den Ergebnissen der Studie könnte einem von 20 Kindern durch die spätere Abnabelung ein Eisenmangel erspart bleiben. Bei unkomplizierten und zeitgerechten Geburten sollte das späte Abnabeln daher geburtshilflicher Standard sein, so das Fazit der schwedischen Forschergruppe.

Quelle

Deutsches Ärzteblatt online, Abruf 17.11.2011

 

 
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