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28.08.2009

Schweinegrippe: Vorsichtsmaßnahmen für Schwangere

Schwangere Frauen sind ebenso wie chronisch Kranke und Kinder anfällig für eine Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus. Da die Verträglichkeit der Medikamente in der Schwangerschaft bisher nicht erforscht ist, sind persönliche Vorsichtsmaßnahmen wichtig.

Die weltweiten Erfahrungen mit der Schweinegrippe weisen bisher darauf hin, dass Schwangere ähnlich wie bei einer saisonalen Wintergrippe ein höheres Risiko für schwerwiegende Folgen haben. Virologen vermuten, dass die körperlichen und hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft für bestimmte Viren anfälliger machen.

Wie die zur Zeit verfügbaren Grippemedikamente Tamiflu und Relenza sowie der im Herbst erwartete Impfstoff auf Schwangere und Ungeborene wirken, lässt sich nur abschätzen, denn Schwangere sind aus ethischen Gründen von Medikamententests ausgeschlossen. Aufgrund der Erfahrungen mit den bisherigen Grippeimpfungen geht die Forschung derzeit aber nicht davon aus, dass die Medikamente oder der Impfstoff den Schwangerschaftsverlauf gefährden oder das Ungeborene schädigen könnten.

Vorsichtige Impf-Empfehlung
Das Paul-Ehrlich-Institut (Bundesamt für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) empfiehlt, vor der Impfung oder medikamentösen Behandlung eine sorgfältige Prüfung des Einzelfalls. Dieses vorsichtige Vorgehen vertritt gegenwärtig auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG).

Wenn Schwangere derzeit typische Grippesymptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen, Glieder- und Kopfschmerzen bekommen, sollten sie sich mit ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt beraten.

Persönliche Vorsichtsmaßnahmen
Solange über die Wirkung der Medikamente und des Impfstoffs in der Schwangerschaft nicht mehr bekannt ist, wird Schwangeren geraten, ihr persönliches Ansteckungsrisiko durch folgende Vorsichtsmaßnahmen zu verringern:

  • Mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden lang Händewaschen mit Seife, auch zwischen den Fingern.
  • Es möglichst vermeiden, anderen zur Begrüßung die Hand zu geben, sie zu küssen oder zu umarmen.
  • Mund, Nase und Augen nicht mit den Händen berühren. Damit lässt sich verhindern, dass Viren von den Händen über die Schleimhäute in den Körper gelangen.
  • Nicht gemeinsam aus Gläsern, Flaschen oder Strohhalmen trinken.
  • Husten und Niesen in ein Einmaltaschentuch oder in die Armbeuge, auf keinen Fall in die Hand. Nicht in Richtung anderer Personen husten und niesen.
  • Geschlossene Räume drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten lüften. Dadurch lässt sich die Zahl der Viren in der Luft verringern und ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute verhindern.
  • Das Influenza A-Virus kann auf Oberflächen mehrere Stunden überleben. Deshalb sollten häufig benutzte Stellen wie Türklinken regelmäßig mit herkömmlichen Haushaltsreinigern gesäubert werden.


Wer unterwegs ist, kann den Händedruck mit anderen, den Kontakt mit Türklinken oder Haltegriffen im Bus nicht immer vermeiden. Umso wichtiger ist es dann, sich danach nicht ins Gesicht zu fassen und möglichst bald die Hände zu waschen.

Kostenlose Telefon-Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit zum Thema Schweinegrippe (Influenza A/H1N1):

Hotline 0800 - 44 00 55 0, Montag bis Freitag 8 bis18 Uhr

Quelle

Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 05.08.2009, Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI)

 
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