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18.01.2016

Neue Studie zur „optimalen“ Kaiserschnittrate

In vielen Ländern Westeuropas sowie in Nordamerika und Australien kommt etwa ein Drittel aller Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt. Europaweit variiert der Anteil zwischen 15 Prozent in Island und 52 Prozent auf Zypern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht bislang von einer medizinisch notwendigen Kaiserschnittrate von 10 bis 15 Prozent aus.

Kaiserschnitte können eine lebensrettende Maßnahme sein. Angesichts der regional stark variierenden Zahlen liegt jedoch die Vermutung nahe, dass bei Weitem nicht jeder Kaiserschnitt medizinisch notwendig ist. Doch gibt es eine „optimale Kaiserschnittrate“?

Ein amerikanisches Forscherteam hat sich jetzt dieser Frage gewidmet. Es hat für alle 194 WHO-Staaten die nationalen Daten zur Kaiserschnittrate sowie zur Mütter- und Neugeborenen-Sterblichkeit aus dem Jahr 2012 verglichen. Das Ergebnis: Die Müttersterblichkeit ist bei einer Kaiserschnittrate von 19,1 Prozent besonders niedrig. Die Neugeborenen-Sterblichkeit ist bei einer Kaiserschnittrate von 19,4 Prozent am günstigsten.

Fazit der Forscherinnen und Forscher: Die „optimale Kaiserschnittrate“ liegt bei ungefähr 19 Prozent. Sie schlagen vor, diese Zahl künftig als Richtwert für nationale Empfehlungen heranzuziehen. Allerdings kann diese Beobachtungsstudie nicht belegen, dass die Sterblichkeit von Müttern und Neugeborenen vor allem von der Kaiserschnittrate abhängt.

Quelle

George Molina, Thomas G. Weiser et al., Relationship Between Cesarean Delivery Rate and Maternal and Neonatal Mortality, in: JAMA. 2015;314(21):2263-2270. doi:10.1001/jama.2015.15553.