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04.09.2015

Mehr Zeit für die Familie

32 Prozent der Väter und 19 Prozent der Mütter klagen über zu wenig Zeit für Kinder und Familie. Für Erwerbsarbeit wünschen sich 7 Prozent der erwerbstätigen Väter und 28 Prozent der erwerbstätigen Mütter mehr Zeit. Dagegen würde jeder zweite erwerbstätige Vater und jede vierte erwerbstätige Mutter lieber weniger Zeit mit dem Job verbringen.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Zeitverwendungs-Erhebung des Statistischen Bundesamtes, der Daten aus den Jahren 2012 und 2013 zugrundeliegen. Sie zeigen, welche Veränderungen es bei der Verwendung der Zeit von Frauen und Männern in Deutschland gibt. Viele Väter und Mütter sind beruflich und privat stark gefordert durch eine hohe berufliche Arbeitsbelastung, Kinderversorgung und die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger. Sie wünschen sich mehr Zeit, um diese Anforderungen zu bewältigen.

Im Vergleich zu 2001/2002 ist der Anteil der unbezahlten Arbeit bei beiden Geschlechtern gesunken. Zu den unbezahlten Arbeiten zählen neben der Haushaltsführung und Betreuung von Haushaltsmitgliedern auch die Unterstützung von Personen in anderen Haushalten sowie ehrenamtliches und freiwilliges Engagement. Die Stundenzahl für Erwerbstätigkeit hingegen ist bei Männern wie Frauen im Vergleich zu 2001/2002 gestiegen. Vergleicht man außerdem Mütter und Väter mit Menschen, die in Haushalten ohne Kinder leben, zeigt sich: Sie arbeiten knapp 10 Stunden mehr – das ist vor allem auf ein höheres Pensum unbezahlter Arbeit zurückzuführen. Gleichzeitig verbringen Mütter wie Väter mehr aktive Zeit mit ihren Kindern. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen erwerbstätigen und nicht erwerbstätigen Müttern: Beide Gruppen verbringen ähnlich viel Zeit mit Spielen, Vorlesen und Gesprächen mit den Kindern.

Quelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Studie zur Zeitverwendung. Pressemitteilung vom 26. August 2015.

Destatis: Jeder dritte Vater wünscht sich mehr Zeit für seine Kinder. Pressemitteilung vom 26. August 2015.