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02.02.2017

Mehr Geld für Alleinerziehende: Ausweitung des Unterhaltsvorschusses

Der Unterhaltsvorschuss ist eine staatliche Unterstützung für Alleinerziehende, wenn der andere Elternteil keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt zahlt. Bislang wird er für maximal 72 Monate und höchstens bis zum 12. Lebensjahr des Kindes gezahlt. Diese Begrenzungen werden nun aufgehoben. Die Reform tritt am 1. Juli 2017 in Kraft.

Bleibt der Unterhalt des anderen Elternteils aus, müssen Alleinerziehende die Versorgung ihres Kindes alleine finanzieren. Um dieser belastenden Situation besser Rechnung zu tragen und Alleinerziehende dauerhaft zu unterstützen, haben sich Bund und Länder nun auf eine Ausweitung des Unterhaltsvorschusses geeinigt. Die Höchstbezugsdauer von 72 Monaten wird aufgehoben. Außerdem wird künftig auch für Kinder zwischen 12 Jahren und dem vollendeten 18. Lebensjahr Unterhaltsvorschuss gezahlt. Für Familien im ALG-II-Bezug gelten allerdings spezielle Voraussetzungen.

Durch die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses werden künftig rund 120.000 Kinder erreicht, die bislang keinen Anspruch (mehr) auf Unterhaltsvorschuss hatten. Die Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter, Solveig Schuster, wertet diesen Schritt als „Meilenstein auf dem Weg zur Bekämpfung der Kinderarmut im Land“. 

Der Unterhaltsvorschuss beträgt für Kinder bis 5 Jahren monatlich 150 Euro, von 6 bis 11 Jahren 201 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sollen künftig voraussichtlich monatlich 268 Euro gezahlt werden. Ist der andere Elternteil zahlungsfähig, fordert der Staat den gezahlten Unterhaltsvorschuss von ihm zurück.

Quelle

Geschafft! Ausbau Unterhaltsvorschuss ist Riesenschritt im Kampf gegen Kinderarmut, Pressemitteilung des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter vom 24.01.2017