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15.02.2017

Marihuana-Konsum in der Schwangerschaft: Zunahme in den USA trotz Risiken

2014 konsumierten mehr schwangere Frauen in den USA Marihuana als noch zehn Jahre zuvor. Marihuana-Konsum in der Schwangerschaft geht mit einem erhöhten Risiko einer Frühgeburt und eines niedrigen Geburtsgewichts des Kindes einher.

Marihuana ist in den Vereinigten Staaten – ebenso wie in Europa – die am häufigsten genutzte illegale Droge. 2013 erklärten 7,5% der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner, mindestens einmal pro Monat Marihuana zu konsumieren. Der Marihuana-Konsum schwangerer Frauen in den USA ist in der Zeit von 2004 bis 2014 von 2,37% auf 3,85% gestiegen – so der National Survey on Drug and Health (d.h. Nationale Drogenkonsum- und Gesundheitsstudie). 

In den letzten Jahren ist die Forschung wiederholt der Frage nachgegangen, ob Marihuana in der Schwangerschaft nachteilige Folgen für das ungeborene Kind haben kann. Ein amerikanisches Forscherteam hat nun 31 dieser Studien zusammengefasst und analysiert. Das Ergebnis: Marihuana konsumierende Frauen hatten ein höheres Risiko, ihr Kind zu früh (vor der 37. Schwangerschaftswoche) oder mit einem sehr niedrigen Geburtsgewicht (unter 2.500g) zur Welt zu bringen. Wurde allerdings berücksichtigt, dass viele Frauen in den Studien auch andere Substanzen wie Alkohol, Tabak oder andere Drogen konsumierten, konnte dieser Zusammenhang nicht mehr nachgewiesen werden. 

Trotz der unklaren Forschungsergebnisse warnen amerikanische Gynäkologinnen und Gynäkologen vor Marihuana in der Schwangerschaft. Denn THC, der wichtigste rauschbewirkende Bestandteil von Marihuana, passiert die Plazenta-Schranke und geht somit ins Blut des ungeborenen Kindes über.

Quelle

Marihuana-Konsum und Auswirkungen auf das Neugeborene, Deutsche Hebammen Zeitschrift online

Weitere Informationen:

medknowledge.de: Cannabis und Co.: Marihuana-Konsum bei schwangeren Frauen, 2016.