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19.02.2016

Jugendsexualität 2015: Verhütungsverhalten weiterhin positiv

Vom Frühjahr bis Sommer 2014 wurden im Auftrag der BZgA 3.500 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren und erstmals auch 2.250 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren zu ihrer Einstellung und ihrem Verhalten zu Fragen der Sexualität und Verhütung befragt. Die repräsentative Befragung knüpft an Vorläuferstudien der BZgA zur Jugendsexualität seit 1980 an. Schwerpunktthemen der Befragungen sind Aufklärung in Schule und Elternhaus, erste sexuelle Erfahrungen, Verhütungswissen und Verhütungsverhalten.

Das Verhütungsverhalten der 14- bis 17-Jährigen ist ausgesprochen umsichtig. Über 90 Prozent der sexuell aktiven jungen Menschen sprechen mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin über Verhütung. Wie sehr sich das Verhütungsverhalten verbessert hat, zeigt der Langzeitvergleich, der für deutsche Jugendliche vorliegt: 1980 trafen 29 Prozent der Jungen und 20 Prozent der Mädchen keine Verhütungsvorkehrungen beim ersten Mal, heute sind es nur noch sechs bzw. acht Prozent.

Für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist ein Trendvergleich für die vergangenen zehn Jahre möglich. Bei Jungen mit ausländischen Wurzeln ging die Zahl der Nichtverhütenden bei ihrem ersten Mal von 34 Prozent in 2005 auf heute zehn Prozent zurück, bei den Mädchen von 19 Prozent auf zwei Prozent. Dabei ist das Kondom unter den 14- bis 25-Jährigen mit 73 Prozent das Verhütungsmittel Nummer eins.

Je nach Herkunft leisten Eltern unterschiedliche Aufklärungsarbeit: Aktuell sprachen 63 Prozent der Mädchen und 51 Prozent der Jungen deutscher Herkunft mit ihren Eltern über Verhütung, jedoch nur 41 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Jungen aus Elternhäusern mit Migrationshintergrund.

Auf die Frage nach der wichtigsten Bezugsperson im Rahmen ihrer Aufklärung gefragt, nennen Jungen Lehrer und Lehrerinnen an erster Stelle. Lehrer und Lehrerinnen sind gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund wichtige Bezugspersonen, weil ihnen vielfach die Eltern als Ansprechpartner fehlen.  Die Online-Ausgabe der Studie kann hier heruntergeladen werden.

Quelle

Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 12.11.2015