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15.02.2016

Informationen zum Zika-Virus

In subtropischen und tropischen Ländern Süd- und Mittelamerikas breiten sich Infektionen mit dem Zika-Virus aus. Dieses wird vor allem über die dort heimische Gelbfiebermücke übertragen. Eine Infektion verläuft normalerweise mild. In den betroffenen Ländern häufen sich jedoch Berichte über einen möglichen Zusammenhang zwischen der Virus-Infektion in der Schwangerschaft und Hirn-Fehlbildungen bei Neugeborenen. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 1. Februar 2016 den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen und Empfehlungen zur Eindämmung der Infektionswelle ausgesprochen. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren aktuell von vermeidbaren Reisen in Risikogebiete ab. 

Für Deutschland hat die Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotstands keine direkten Folgen. Eine Übertragung von Zika-Viren in Deutschland wird als sehr unwahrscheinlich angesehen. In einzelnen Fällen wurden Zika-Virus-Infektionen bei Reiserückkehrern festgestellt. Um dieses besser beobachten zu können, hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Einführung einer Meldepflicht für Erkrankungen durch Arbo-Viren (Zika- und ähnlich übertragene Viren) eingeleitet. 

Den Hauptüberträger der Zika-Viren, die Gelbfiebermücke, ist in Deutschland nicht heimisch. In einigen europäischen Ländern und punktuell in Süddeutschland kommt lediglich die asiatische Tigermücke vor. Es ist jedoch nicht geklärt, ob diese das Zika-Virus verbreiten kann. Zudem müssten diese Mücken zunächst einen Menschen, der sich mit dem Virus infiziert hat, stechen. Andere Ansteckungswege, wie zum Beispiel die sexuelle Übertragung, wurden nur in Einzelfällen beschrieben.
Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von vermeidbaren Reisen in die Risikogebiete ab. Eine Impfung oder eine spezifische Therapie existiert derzeit nicht.

Quelle

Aktuelle Meldung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 04.02.2016

Weitere Informationen

Aktuelle Karten zur Verbreitung des Zika-Virus stellen die WHO und das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zur Verfügung.     

Fragen und Antworten zum Zika-Virus auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts   
Merkblatt des Auswärtigen Amtes für Reisende    
Reiseinformationen der Deutschen Gesellschaft für  Tropenmedizin (DTG)   
Auf Reisemedizin spezialisierte Ärzte finden Sie auf den Seiten der DTG   
Hinweise des Bundesministeriums für Gesundheit