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Immer mehr Frauen in der Gynäkologie und Geburtshilfe
Waren Gynäkologie und Geburthilfe in den vergangenen Jahrzehnten eine männliche Domäne, so wandelt sich dieses Bild derzeit radikal: Drei Viertel der Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sind Frauen unter 40 Jahren.
Die so genannte "Feminisierung" in der Frauenheilkunde wird einerseits begrüßt und hat andererseits Konsequenzen: Sie wird weitreichende Umstrukturierungen im Berufsalltag, im Klinikbetrieb und in der Aus- und Weiterbildung mit sich bringen.
Im Fachbereich Medizin sind bundesweit fast 70 Prozent der Studienanfänger Frauen. Dem hohen Anteil von Medizinstudentinnen steht allerdings ein deutlich niedrigerer Anteil von praktizierenden Ärztinnen gegenüber. Die Gründe für diesen "Ärztinnenschwund" liegen hauptsächlich darin, dass Frauen im Beruf ein befriedigendes Arbeitsumfeld und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einer Karriere mit hohen Einkommen vorziehen. Gegenwärtig suchen sie sich daher eher berufliche Nischen, die ihnen Zeit für die Familie ermöglichen.
Neue Arbeitszeitmodelle und Teilzeitarbeit sowie eine familienfreundlichere Dienstplangestaltung in Krankenhäusern und Praxen sind deshalb unumgänglich, um Familie und Arztberuf zukünftig besser miteinander vereinbaren zu können. Dann könnte sich auch der Frauenanteil unter Chefärzten und Klinikdirektoren erhöhen: Derzeit liegt er noch unter fünf Prozent.
Für Kliniken bedeutet das, in der Zukunft mehr Kinderbetreuungsplätze, flexiblere Arbeitszeitmodelle und individuell gestaltete Arbeitsverträge für Ärztinnen mit Kindern bereitzustellen und zum Beispiel Spezialsprechstunden, die in Teilzeit gut durchzuführen sind, zu ermöglichen.
Quelle
Pressemitteilung der DGGG - Oktober 2009
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