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08.10.2009

Geplante Hausgeburt kann Vorteile bringen

Hausgeburten haben den Ruf, riskanter zu sein als Klinikgeburten. Eine kanadische Studie kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass geplante Hausgeburten mit weniger geburtshilflichen Eingriffen und Komplikationen für Mutter und Kind verbunden sind als Geburten im Krankenhaus.

Weltweit bestehen unter Geburtshelferinnen, Geburtshelfern und ärztlichen Fachverbänden große Vorbehalte gegenüber Hausgeburten. Das Risiko für Komplikationen wird höher als bei Klinikgeburten eingeschätzt. Hebammenverbände betonen dagegen, dass Komplikationen durch eine sorgfältige Auswahl und Vorbereitung der Schwangeren vermieden werden könnten.
Eine kanadische Studie hat nun rund 3.000 von Hebammen geleitete Hausgeburten mit 10.000 Klinikgeburten verglichen, die jeweils zur Hälfte von Hebammen und von ärztlichen Geburtshelfern begleitet wurden. In die Studie wurden nur werdende Mütter mit komplikationslosen Schwangerschaftsverläufen aufgenommen. Ausgeschlossen wurden Schwangere, bei denen Risiken wie beispielsweise eine Gestose, Blutungen, Schwangerschaftsdiabetes, Herpes, Plazentastörungen, Beckenendlagen oder Mehrlingsschwangerschaften vorlagen.

Hoher Sicherheitsstandard
Die Studie konnte zeigen, dass die Hausgeburt genauso sicher ist wie eine Klinikgeburt, sofern keine bekannte Risiken vorliegen: Bei allen drei verglichenen Gruppen lag die Säuglingssterblichkeit unter 0,1 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie lassen außerdem den Schluss zu, dass geplante Hausgeburten für Mütter und Kinder durchaus Vorteile haben: Die „Hausgeburts“-Mütter hatten um 38 Prozent weniger nachgeburtliche Blutungen, zu 61 Prozent weniger Infektionen und nur halb so viel Fieberanfälle verglichen mit den Müttern, die mit einer Hebamme in der Klinik entbanden. Noch günstiger waren die Ergebnisse gegenüber den ärztlich geleiteten Klinikgeburten (43 Prozent weniger Blutungen, 74 beziehungsweise 73 Prozent weniger Infektionen und Fieber).
Geburtshilfliche Eingriffe wurden bei Hausgeburten erwartungsgemäß seltener durchgeführt. Die Rate schwerer Dammrisse war um zwei Drittel niedriger.
Auch die Kinder profitierten von der Hausgeburt: Sie mussten deutlich seltener beatmet oder wiederbelebt werden als die Kinder, die in der Klinik geboren wurden.

Die Hausgeburt – eine bewusste Entscheidung
Die Autorinnen und Autoren der Studie vermuten, dass ein entscheidender Faktor für die guten Ergebnisse der Hausgeburt darin liegt, dass Paare, die sich für eine Hausgeburt entscheiden, dies sehr bewusst tun und sich dementsprechend gut vorbereiten. Insofern könnte es sein, dass bei der Schwangerengruppe, die in der Klinik entband, doch mehr Risiken vorlagen als in der Hausgeburtsgruppe – obwohl die Studie Risikounterschiede auszuschließen versuchte. Zusätzlich könnte der leichte Zugang zu medizinischen Hilfsmöglichkeiten in der Klinik zu einer Überversorgung der Schwangeren und unnötigen geburtshilflichen Eingriffen führen.


Weitere Informationen über Sicherheit der Hausgeburtshilfe
Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.v.

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Quelle

aerzteblatt.de, 1. September 2009

 
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