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Nachrichten

16.04.2009

Geburtshilfe im internationalen Vergleich

Der Europäische Perinatalbericht 2008 zeigt große Unterschiede in der Geburtshilfe der verschiedenen Länder. Insgesamt wird deutlich, dass die Zahl der medizinischen Eingriffe gestiegen und die der Spontanentbindungen gesunken ist.


Der Europäische Perinatalbericht, eine Initiative der Europäischen Union, vergleicht anhand von Geburtsstatistiken die geburtshilfliche Praxis in 26 europäischen Staaten. Ziel ist, unterschiedliche Vorstellungen und Vorgehensweisen in der medizinischen Geburtshilfe sichtbar und vergleichbar zu machen. Dies soll dazu beitragen, etwaige Mängel auszugleichen und insgesamt die Geburtshilfe zu verbessern. Verglichen wurden unter anderem die Rate der Spontangeburten ohne Geburtseinleitung, die Quote der Geburtseinleitungen, Kaiserschnitt- und Dammschnittraten, die Zahl der Frühgeburten sowie die Kinder- und Müttersterblichkeit.

Die jetzt vorliegenden Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2004. Die ermittelten Fallzahlen sind zwar nur zum Teil vergleichbar, trotzdem lassen sich deutliche Trends ablesen. So ist die Zahl der medizinischen Eingriffe während der Geburt europaweit gestiegen und die der Spontanentbindungen gesunken.

Eine künstliche Geburtseinleitung wurde zum Beispiel in Tschechien bei nur 6 Prozent, in Deutschland bei rund 17 Prozent und in Malta bei rund 38 Prozent der Geburten vorgenommen.

Einen Kaiserschnitt erhielten in Slowenien rund 14 Prozent der Frauen, in Deutschland etwa 28 und in Italien fast 38 Prozent.

Die Dammschnittrate lag in Dänemark bei rund 10 Prozent, in Italien betrug sie 52 Prozent. In Tschechien war sie mit fast 60 Prozent fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche kamen in Österreich etwa 11 Prozent der Babys als Frühgeburten zur Welt, in Deutschland rund 9 Prozent und in Litauen, Irland, Finnland und Lettland etwa 5 Prozent. Die Zahl der Totgeburten war überall erfreulich niedrig: Sie lag bei unter 0,5 Prozent - das heißt, von 1000 Kindern starben weniger als 5.

Die Häufigkeit medizinischer Eingriffe bei der Geburt ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Kulturell geprägte Vorstellungen über die Geburt, Unterschiede in der Entwicklung der medizinischen Geburtshilfe sowie in der Einbindung von Hebammen könnten dafür verantwortlich sein.

Quelle:

European Health Report 2008

Hebammenzeitschrift 4/2009

Quelle

European Health Report 2008

Hebammenzeitschrift 4/2009

 
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