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Epilepsie-Mittel in der Schwangerschaft sorgfältig auswählen
Schwangere mit Epilepsie müssen häufig Medikamente einnehmen. Einige Mittel können das Ungeborene gefährden. Neue Daten zeigen, dass mit der richtigen Medikamentenauswahl das Risiko für das Kind reduziert werden kann.
In Europa haben etwa drei von 1000 Schwangeren eine behandlungsbedürftige Epilepsie. Da plötzlich auftretende Krampfanfälle Mutter und Kind gefährden können, müssen die meisten Patientinnen auch in der Schwangerschaft geeignete Medikamente (Anti-Epileptika) einnehmen. Bei vielen dieser Medikamente ist jedoch noch nicht bekannt, ob sie dem ungeborenen Kind schaden können. Um das tatsächliche Risiko der Anti-Epileptika in der Schwangerschaft einschätzen zu können, wurde das internationale Epilepsie- und Schwangerschaftsregister EURAP (European Registry of Antiepileptic Drugs and Pregnancy) gegründet. Es registriert die Medikamentenverschreibung an Schwangere mit Epilepsie sowie deren Schwangerschafts-verläufe und wertet sie aus.
In einer EURAP-Datenauswertung von fast 4000 Schwangerschaften wurden nun die vier am häufigsten verschriebenen Anti-Epileptika auf unerwünschte Wirkungen für das Ungeborene untersucht. Die Auswertung, die vom Karolinska Institut in Stockholm durchgeführt wurde, bestätigte einerseits, dass in hohen Dosierungen bei allen vier Medikamenten vermehrt Fehlbildungen auftraten, besonders bei dem Wirkstoff Valproinsäure. Wird jedoch nur ein einziges Medikament eingenommen und niedrig dosiert, lässt sich das Risiko erheblich verringern.
Bei den Schwangeren, die den in Deutschland gebräuchlichen Wirkstoff Lamotrigin in einer Dosierung von bis zu 300 Milligramm täglich einnahmen, waren zwei Prozent der Neugeborenen von Fehlbildungen betroffen. Diese Rate entspricht der bei gesunden Schwangeren, die keine Medikamente nehmen. Beim Wirkstoff Carbamazepin zeigte sich bei einer Dosis von weniger als 400 Milligramm eine Fehlbildungsrate von 3,4 Prozent.
Ungünstigere Ergebnisse wurden bei Phenobarbital und Valproinsäure festgestellt: Fehlbildungsrate 5,4 bzw. 5,6 Prozent. Damit liegt das Risiko bei diesen Mitteln um etwa ein Prozent höher als bei Schwangeren mit Krampfanfällen, die keine Medikamente nehmen.
Quelle
Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Presseinformation vom 11.08.2011
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