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10.11.2015

England: Rauchstopp senkt die Zahl der Tot- und Mangelgeburten

Seit 2007 ist in England das Rauchen in den meisten öffentlichen Gebäuden und an Arbeitsplätzen untersagt. Das Rauchverbot ermöglichte es, die Auswirkungen des Rauchens auf die Kindergesundheit zu untersuchen. Nach den Studienergebnissen eines Wissenschaftsverbundes von Universitäten in den USA, den Niederlanden und Großbritannien wurde durch die Einführung des Rauchverbots die Zahl der Tot- und Mangelgeburten deutlich reduziert.

Schon in einer früheren Untersuchung hatten Wissenschaftler der Universität Edinburgh nachgewiesen, dass durch das Rauchverbot die Rate von Frühgeburten und Asthma-Erkrankungen bei Kindern zurückging (Lancet 2014; 383: 1549-1560).

Das Team untersuchte jetzt, ob Schadstoffe, die durch das aktive Rauchen und Passivrauchen der Schwangeren freigesetzt werden, auf die ungeborenen Kinder übergehen. Der negative Effekt des Rauchens für die Kinder war nachweisbar. Nach dem Rauchverbot sank die Rate der Totgeburten um 7,8 Prozent, die Zahl der Mangelgeburten mit einem Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm um 3,9 Prozent. Die Säuglingssterblichkeit verminderte sich um 7,6 Prozent. Damit hat die Einführung des Rauchverbots in den ersten vier Jahren knapp 1.000 Totgeburten, weitere 430 Todesfälle innerhalb der ersten sieben Lebenstage und 5.470 Mangelgeburten verhindert.

Ein deutlicher Einfluss auf den plötzlichen Kindstod (SIDS), für den Rauchen bisher als bedeutsamer Risikofaktor gilt, ließ sich dagegen nicht nachweisen.

Quelle

Deutsches Ärzteblatt online: Rauchstopp senkt Zahl der Totgeburten. 14. August 2015.

University of Edinburgh: Smoking ban linked to drop in stillbirths. 7. September 2015.