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Elterngeld: Mehr Kinder in gut verdienenden Familien
Die Universität Greifswald hat eine Studie veröffentlicht, der zufolge gut verdienende Eltern in Vorpommern seit Einführung des Elterngeldes mehr Kinder bekommen. Insgesamt ist die Zahl der Geburten jedoch nicht gestiegen.
Für die Untersuchung der Universität Greifswald wurden alle Geburten in Greifswald, Wolgast und Anklam im Zeitraum zwischen 2005 und 2008 überprüft. Nach Angaben von Professor Dr. med. Wolfgang Hoffmann wurden seit der Einführung des Elterngeldes 2007 in Familien mit höherem Einkommen mehr Kinder geboren. Zudem brachten mehr Mütter ein zweites oder drittes Kind zur Welt. Insgesamt sei die Zahl der Geburten jedoch gleich geblieben.
"Der Anreiz, ein zweites oder drittes Kind zu bekommen, ist durch das Elterngeld offenbar höher geworden", folgert Hoffmann aus der Statistik. Vor dem Elterngeld bekamen 9,7 Prozent der Mütter mit einem Familieneinkommen von 3000 Euro und mehr ein Geschwisterkind. Zwei Jahre nach Einführung waren es mit 14,4 Prozent deutlich mehr. 30 Prozent der Frauen, die ein zweites Kind vor dem Elterngeld bekamen, hatten eine Schulbildung von über zehn Jahren. Nach dem Elterngeld waren es 35 Prozent. Bei Müttern mit dem ersten Kind waren es vor dem Elterngeld 33 Prozent, nach Einführung 37 Prozent mit mehr als zehn Schuljahren. Allerdings müsse bedacht werden, dass es sich auch um einen kurzfristigen Effekt unmittelbar nach Einführung des Elterngeldes handeln könne.
Die Zahl der Kinder von Müttern mit weniger Einkommen und weniger Bildung hat sich allerdings kaum verändert. Eine Wirkung des Elterngeldes sei hier überhaupt nicht ablesbar, sagen die Greifswalder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Mütter und Vätern wird bei Ausstieg aus dem Beruf ein Elterngeld in Höhe von 67 Prozent des früheren monatlichen Nettoeinkommens gezahlt, und zwar bis zu einer Höchstgrenze von 1800 Euro. Eltern, die kein Erwerbseinkommen hatten, erhalten mindestens 300 Euro monatlich. Die Bundesregierung plant allerdings im Rahmen ihrer Sparbeschlüsse, das Elterngeld zu kürzen.
Quelle
aerzteblatt.de, 10. Juni 2010
Faz.net vom 15. Juni 2010
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