. .

Nachrichten

20.11.2009

Ellaone: Die neue "Pille 5-Tage-danach"

Seit Oktober 2009 ist ein neues Medikament zur Notfallverhütung im Handel. Anders als die bisherige "Pille danach" kann "Ellaone" bis zu fünf Tage nach einem ungeschützten Sexualverkehr oder einer Verhütungspanne angewandt werden.

Die herkömmliche "Pille danach" wirkt nur bis zu drei Tage nach einem ungeschützten Sexualverkehr beziehungsweise bei einem Versagen der Empfängnisverhütung (Pille vergessen, Kondom gerissen, etc.). Mit Ellaone steht jetzt ein Medikament zur Verfügung, das bis zu fünf Tage nach einer Verhütungspanne eingesetzt werden kann. Der in Ellaone enthaltene Wirkstoff Ulipristalacetat hemmt die Wirkung des Geschlechtshormons Progesteron. Die Forscher gehen davon aus, dass das Medikament den Eisprung unterdrückt und die Gebärmutterschleimhaut so beeinflusst, dass die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschwert wird. Der Wirkmechanismus ist noch nicht im Detail bekannt.

Anwendung
Zur Notfallverhütung wird eine Tablette so früh wie möglich, spätestens aber bis 120 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen. Nach der Einnahme von Ellaone muss bis zur folgenden Regelblutung zusätzlich mit einer Barrieremethode (zum Beispiel mit Kondomen) verhütet werden. Dies ist auch notwendig, wenn weiter hormonelle Verhütungsmittel eingenommen werden.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Häufige Nebenwirkungen der neuen "Pille danach" sind Bauchschmerzen und Störungen der nächsten Regelblutung sowie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Stimmungsschwankungen.

Bei einer Überempfindlichkeit gegen den Inhaltsstoff Ulipristal und bei einer möglicherweise schon bestehenden Schwangerschaft darf Ellaone nicht genommen werden. Dies gilt auch bei schweren Leberfunktionsstörungen und schwerem Asthma. Ulipristal kann die Wirkung von Cortison, Antiepileptika, Johanniskraut, Mitteln gegen bakterielle und HIV-Infektionen sowie von bestimmten Magenmedikamenten beeinträchtigen. Mögliche Wechselwirkungen mit gleichzeitig einzunehmenden Arzneimitteln müssen deshalb vor der Einnahme ärztlich abgeklärt werden.

Kein hundertprozentiger Schutz
Ellaone gilt als ebenso sicher wie die bisherige "Pille danach". Wie diese kann sie aber nicht in jedem Fall eine Schwangerschaft verhindern. Studienergebnisse zeigen, dass rund zwei Prozent der Studienteilnehmerinnen trotz Einnahme schwanger wurden. Hätten die Frauen keine Notfallverhütung angewandt, wäre bei fünf bis sechs Prozent eine Schwangerschaft eingetreten.

Kosten
Ellaone ist verschreibungspflichtig und nur in Apotheken erhältlich. Die neue "Pille danach" kostet circa 35 Euro und ist damit doppelt so teuer wie die herkömmliche "Pille danach". Bei jungen Frauen unter 20 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Weitere Informationen
Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht (EPAR)
Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

 
3906