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24.05.2010

Depressionen nach der Geburt: Auch Väter betroffen

Depressionen nach einer Geburt treffen nicht nur Frauen. Wie Studien gezeigt haben, reagieren mehr Männer als erwartet auf die Geburt ihres Kindes mit tiefer Niedergeschlagenheit.

Dass nicht wenige Frauen nach der Geburt unter Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen leiden, ist bekannt. Man schätzt, dass bis zu 30 Prozent der Mütter mehr oder weniger stark von psychischen Tiefs betroffen sind. Manchmal entwickeln sich auch behandlungsbedürftige Depressionen.

Bisher kaum beachtet wurde, dass nicht selten auch Väter nach einer Geburt depressive Symptome haben. Die Auswertung von 43 internationalen Studien mit 28.000 jungen Vätern ergab jedoch, dass rund zehn Prozent der befragten Väter während der Schwangerschaft und innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt Anzeichen von Depressionen zeigten. Das Risiko für eine depressive Verstimmung war zwischen dem dritten und sechsten Monat nach der Geburt am höchsten. Etwa jeder vierte junge Vater berichtete von depressiven Symptomen in diesem Zeitraum.

Die Forscher entdeckten auch eine Wechselwirkung zwischen mütterlichen und väterlichen Stimmungstiefs. Dabei betrifft es die gesamte Familie, wenn ein Elternteil depressiv ist. Hält die Depression länger an, reagieren auch die Kinder. Bei einer schweren Depression sollte deshalb die gesamte Familie in die Therapie einbezogen werden, empfehlen die Autorin und der Autor der Studie.

Quelle

Spiegel online, 18. Mai 2010

Zum Abstract der Studie

 

 
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