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Kindliche Entwicklung

Junges Paar sitzt nachdenklich auf einer Wiese © Matelly/cultura/Corbis

Vor Blicken von außen verborgen, durchläuft das Ungeborene in raschem Tempo erstaunliche Wachstumsphasen: In neun Monaten entwickelt es sich von einer befruchteten Eizelle zu einem lebensfähigen Kind.


Im ersten Schwangerschaftsdrittel entwickelt sich die befruchtete Eizelle zu einem kleinen menschlichen Wesen. Seine Gliedmaßen und inneren Organe sind in der zwölften Schwangerschaftswoche weitgehend ausgebildet, im Bauch der Mutter führt es schon ein lebhaftes Eigenleben.

Ungefähr in der Mitte der Schwangerschaft spürt die Mutter die ersten Kindsbewegungen. Im Ultraschall ist jetzt das Geschlecht des Kindes zu erkennen. Es beginnt, Geräusche und Licht wahrzunehmen.

In den letzten drei Monaten reifen die Organe des Kindes aus. Es nimmt kräftig an Gewicht zu, trainiert die Lungen und dreht sich schließlich in die richtige Startposition für die Geburt.

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Häufig gestellte Fragen

Schadet häufiges Ultraschallen dem Ungeborenen?

Wissenschaftliche Studien haben bisher keine schädlichen Auswirkungen von Ultraschall-Untersuchungen auf Ungeborene feststellen können. Dennoch sollte sich der Einsatz des medizinischen Diagnoseverfahrens auf notwendige Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge beschränken. Von längerem «Baby-Fernsehen», um das ungeborene Kind in 3D-Technik zu betrachten, rät das Europäische Komitee für Ultraschallsicherheit ab.

Eine große Langzeitstudie zum Thema konnte auch nach wiederholten Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft keine Schäden an Kindern nachweisen. Ein australisches Wissenschaftlerteam hatte insgesamt 3000 Kinder bis zu ihrem achten Lebensjahr begleitet. Von ihnen war die Hälfte während der Schwangerschaft ihrer Mütter mehrmals, die andere dagegen nur einmal mit Ultraschall untersucht worden. Jährliche Vergleiche zeigten keine Unterschiede im Wachstum, im Verhalten oder in der geistigen Entwicklung der Kinder. Die Studie wurde 2004 im renommierten Fachjournal «The Lancet» veröffentlicht. Diese Ergebnisse wurden durch neuere Forschungsarbeiten bestätigt.

Stimmt es, dass sich auch Männer "schwanger" fühlen können?

Nicht nur Frauen bekommen in der Schwangerschaft einen dicken Bauch. Auch Männern kann dies passieren – und sei es »nur«, weil sie mit dem Rauchen aufhören. Darüber hinaus zeigen nicht wenige werdende Väter unterschiedlich starke »Schwangerschafts-Symptome« wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder starke Stimmungsschwankungen.

Über die Ursachen dieses Phänomens ist bislang wenig bekannt. Immerhin wurde im Jahr 2000 an der kanadischen Memorial University in St. Johns eine kleine Studie mit 34 Teilnehmern dazu durchgeführt. Sie ergab, dass die untersuchten Männer während der Schwangerschaft ihrer Partnerin vorübergehend vermehrt das Stresshormon Cortisol sowie das milchbildende Hormon Prolaktin produzierten. Unmittelbar nach der Geburt des Kindes sank der Testosteron-Wert bei den Männern um bis zu einem Drittel, was möglicherweise ein fürsorglicheres Verhalten förderte.

Abgesehen von möglichen hormonellen Einflüssen kann ein werdender Vater auch angesichts all der anstehenden neuen Aufgaben in Stress geraten. Vielleicht ist er mit einem Mal leichter erschöpft und antriebslos. Wird er häuslicher, weniger aktiv und ändert seine Essgewohnheiten, legt er möglicherweise an Gewicht zu. Solche Symptome zeigen, dass auch das Vaterwerden tiefgreifende Veränderungen mit sich bringt, die erst einmal "verdaut" werden wollen.

Die Anzeichen einer »mitfühlenden Schwangerschaft« werden unter dem Begriff »Couvade« zusammengefasst. Das Wort bedeutet so viel wie »ausbrüten«.

Darf der Vater bei einem Kaiserschnitt mit in den OP-Saal?

Wenn Frau und Mann das möchten, spricht im Prinzip nichts dagegen. Die meisten Kliniken sind auf die Anwesenheit des Vaters im Operationssaal eingestellt. Wenn schon vor der Geburt klar ist, dass eine Schnittentbindung nötig wird, können die werdenden Eltern in einem Vorgespräch mit der Ärztin, dem Arzt und der Hebamme besprechen, wie der Mann seine Frau während des Eingriffs und danach am besten unterstützen kann.

 

 

Muss der Arbeitgeber einen Mann für Termine im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt freistellen?

Für Arbeitgeber besteht grundsätzlich keine Verpflichtung, Männer für die Wahrnehmung solcher Termine freizustellen. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen, um eine gütliche Vereinbarung treffen zu können. Abgesehen davon ist es ratsam, Untersuchungstermine möglichst ans Ende der ärztlichen Sprechstunden zu legen. Dann lassen sie sich besser mit den üblichen Arbeitszeiten vereinbaren.

Auch wenn die Geburt naht, empfiehlt es sich, schon früh mit dem Arbeitgeber zu sprechen, um für die "Rufbereitschaft" in der Zeit um den errechneten Geburtstermin herum eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Gibt es den "Baby blues" auch bei Männern?

Auch Väter können sowohl vom aufwühlenden Erlebnis der Geburt als auch angesichts der neuen Anforderungen als Vater seelisch stark erschüttert werden. Wie ein schwerer Verlust oder massive Probleme kann auch eine eigentlich erwünschte Veränderung des Lebens starke Stimmungsschwankungen oder eine depressive Phase auslösen.

Manche Männer fühlen sich nach der Geburt des Kindes von ihrer Partnerin zurückgesetzt und entwickeln Eifersuchtsgefühle. Auch dies kann zu einem nachhaltigen Stimmungstief führen oder es verstärken.

Wenn die Eltern darüber reden, was sie beschäftigt, können sie sich besser darin unterstützen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Halten depressive Verstimmungen über längere Zeit an oder verstärken sie sich, ist es wichtig, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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