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"Ich war der Assistent meiner Frau"

Michael B. ist es als Teamleiter gewohnt, Verantwortung zu übernehmen und Prozesse zu gestalten. Im Geburtsvorbereitungskurs musste er erst lernen, sich auf die Rolle des "Assistenten" seiner Partnerin einzulassen.


Ich habe mit meiner Frau gemeinsam den Geburtsvorbereitungskurs besucht. Ich weiß noch, dass ich oft gehetzt und müde zum Kurs kam, aber jedes Mal ziemlich entspannt nach Hause gegangen bin. Diese Abende waren schöne Auszeiten, in denen mir mehr als sonst im Alltag klar wurde, dass wir bald zu dritt sein würden.

Frauensache

Die Rolle des bloßen Begleiters meiner Frau war allerdings erst gewöhnungsbedürftig. Vom Kopf her war mir natürlich klar, dass sie und nicht ich das Kind zur Welt bringen würde. Aber ich bin es gewohnt, die Dinge in die Hand zu nehmen, und musste damals erst lernen, mich mehr zurückzunehmen. Glücklicherweise fiel mir das umso leichter, je mehr ich begriff, mit welcher Selbstverständlichkeit meine Frau trotz aller Ängste unser Kind in sich trug.

Außerdem wuchs mein Vertrauen in sie, je mehr ich über die Geburtsvorgänge erfuhr. Plötzlich war ich sogar froh, bei diesem gigantischen Ereignis bloß in der zweiten Reihe zu stehen. Von da an betrachtete ich mich als Assistent meiner Frau. Die Hebamme sagte mir und den anderen Männern, was es für uns zu tun gab, und das war genau das Richtige.

Männersache

Leider kam in unserem Vorbereitungskurs nie ein männlicher Geburtshelfer dazu, was ich interessant gefunden hätte. Aber die Hebamme hat uns Männer so gut es ging einbezogen. Außerdem gingen die meisten Paare nach jedem Kursabend noch in eine Kneipe. Da habe ich oft mit den anderen Männern an einem Tisch gesessen und geredet.

Einige dieser Männer sehe ich heute noch regelmäßig. Nach der Geburt war es gut, andere Väter treffen zu können, die gerade das Gleiche erlebt hatten wie ich und deshalb in etwa wussten, was mich beschäftigte.

Vertrauenssache

Während der Geburt habe ich meine Frau zwar nicht massiert (sie mochte das in dem Moment gar nicht haben), aber wir waren uns sehr nahe. Weil meine Rolle klar definiert war, fiel es mir nicht schwer, mich nach ihren Wünschen und den Anweisungen der Hebamme zu verhalten. Meine Frau sagte, wo es lang ging, und ich begleitete sie, wohin auch immer sie wollte. Komischerweise war das eine tolle Erfahrung für mich. Das hat uns richtig zusammengeschweißt.

Ich glaube sogar, dass ich durch die Erfahrung der Vorbereitung auf die Geburt und der Geburt selbst ein besserer Chef geworden bin. Ich habe gelernt, auf die Fähigkeiten anderer zu vertrauen, und merke, wie sehr es mich entlastet, Verantwortung auch mal abzugeben.

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Häufig gestellte Fragen

Darf der Vater bei einem Kaiserschnitt mit in den OP-Saal?

Wenn Frau und Mann das möchten, spricht im Prinzip nichts dagegen. Die meisten Kliniken sind auf die Anwesenheit des Vaters im Operationssaal eingestellt. Wenn schon vor der Geburt klar ist, dass eine Schnittentbindung nötig wird, können die werdenden Eltern in einem Vorgespräch mit der Ärztin, dem Arzt und der Hebamme besprechen, wie der Mann seine Frau während des Eingriffs und danach am besten unterstützen kann.

 

 

Gibt es den "Baby blues" auch bei Männern?

Auch Väter können sowohl vom aufwühlenden Erlebnis der Geburt als auch angesichts der neuen Anforderungen als Vater seelisch stark erschüttert werden. Wie ein schwerer Verlust oder massive Probleme kann auch eine eigentlich erwünschte Veränderung des Lebens starke Stimmungsschwankungen oder eine depressive Phase auslösen.

Manche Männer fühlen sich nach der Geburt des Kindes von ihrer Partnerin zurückgesetzt und entwickeln Eifersuchtsgefühle. Auch dies kann zu einem nachhaltigen Stimmungstief führen oder es verstärken.

Wenn die Eltern darüber reden, was sie beschäftigt, können sie sich besser darin unterstützen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Halten depressive Verstimmungen über längere Zeit an oder verstärken sie sich, ist es wichtig, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Stimmt es, dass sich auch Männer "schwanger" fühlen können?

Nicht nur Frauen bekommen in der Schwangerschaft einen dicken Bauch. Auch Männern kann dies passieren – und sei es »nur«, weil sie mit dem Rauchen aufhören. Darüber hinaus zeigen nicht wenige werdende Väter unterschiedlich starke »Schwangerschafts-Symptome« wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder starke Stimmungsschwankungen.

Über die Ursachen dieses Phänomens ist bislang wenig bekannt. Immerhin wurde im Jahr 2000 an der kanadischen Memorial University in St. Johns eine kleine Studie mit 34 Teilnehmern dazu durchgeführt. Sie ergab, dass die untersuchten Männer während der Schwangerschaft ihrer Partnerin vorübergehend vermehrt das Stresshormon Cortisol sowie das milchbildende Hormon Prolaktin produzierten. Unmittelbar nach der Geburt des Kindes sank der Testosteron-Wert bei den Männern um bis zu einem Drittel, was möglicherweise ein fürsorglicheres Verhalten förderte.

Abgesehen von möglichen hormonellen Einflüssen kann ein werdender Vater auch angesichts all der anstehenden neuen Aufgaben in Stress geraten. Vielleicht ist er mit einem Mal leichter erschöpft und antriebslos. Wird er häuslicher, weniger aktiv und ändert seine Essgewohnheiten, legt er möglicherweise an Gewicht zu. Solche Symptome zeigen, dass auch das Vaterwerden tiefgreifende Veränderungen mit sich bringt, die erst einmal "verdaut" werden wollen.

Die Anzeichen einer »mitfühlenden Schwangerschaft« werden unter dem Begriff »Couvade« zusammengefasst. Das Wort bedeutet so viel wie »ausbrüten«.

Stimmt es, dass Frauen in der Schwangerschaft mehr Lust auf Sex haben?

In der Schwangerschaft wird die gesamte Beckenregion durch den erhöhten Östrogenspiegel besser durchblutet. Das Scheidengewebe und die Schamlippen schwellen dadurch leicht an, und es wird mehr Scheidensekret gebildet. Auch die Brustwarzen sind empfindlicher.

Das Anschwellen der Geschlechtsorgane macht diese berührungsempfindlicher. Dies kann mit einer stärkeren sexuellen Erregbarkeit verbunden sein. Es kann aber auch dazu führen, dass die Lust abnimmt, weil Berührungen als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden.

Wie sich die Schwangerschaft auf die sexuelle Lust auswirkt, ist von Frau zu Frau sehr verschieden. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: zum Beispiel Beschwerden wie Übelkeit und Müdigkeit oder ob sich eine Frau in ihrem schwangerschaftsbedingt üppigeren Körper attraktiv fühlt oder nicht.

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Eine Schwangerschaft ist eine große Herausforderung für den Körper. Eine werdende Mutter muss zwar deshalb nicht wie ein rohes Ei behandelt werden. Männer können ihre Partnerin aber auf vielfältige Weise unterstützen. mehr...


Hilfe bei Geburtsschmerzen

Jede Geburt ist mit außergewöhnlichen Schmerzen verbunden. Darauf müssen sich werdende Väter, die dabei sein wollen, einstellen. Neben verschiedenen schmerzstillenden Verfahren kann die einfühlsame Begleitung durch den Partner der Frau helfen, die Schmerzen besser zu bewältigen. mehr...


 
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