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Die Schwangerschaft: Höchstleistung des weiblichen Körpers

Schwangere zeigt ihr Ultraschallbild © Roman M‰rzinger/Westend61/Corbis

Eine Schwangerschaft stellt außerordentliche Anforderungen an den Körper einer Frau. Vom Tag der Befruchtung an wird ihr Körper von Hormonen regelrecht überflutet. Die Hormone bereiten den Körper auf die Schwangerschaft vor.


Im Lauf der Schwangerschaft

  • erhöht sich der Stoffwechsel der Frau um etwa 20 Prozent,
  • vermehrt sich die Blutflüssigkeit um 30 bis 40 Prozent,
  • erhöht sich ihr Energie- und Nährstoffbedarf,
  • wachsen ihr Brustgewebe und die Gebärmutter,
  • werden ihre Sehnen und Bänder sowie die Darm- und Beckenmuskulatur unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone weicher und dehnbarer.

Im Schnitt nimmt eine normalgewichtige Frau während der Schwangerschaft zwischen 10 und 15 Kilogramm zu. Neben dem wachsenden Kind erhöhen auch vermehrte Wassereinlagerungen das Körpergewicht. Das Mehr an Fettgewebe dient in erster Linie als Kraftreserve für die Zeit nach der Geburt.

Mögliche Schwangerschaftsbeschwerden

Im Verlauf der Schwangerschaft stellt sich der Körper der Frau immer besser auf die neuen Erfordernisse ein. Manche der körperlichen und hormonellen Umstellungen sind jedoch mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Schwangerschaftsbeschwerden verbunden:

  • Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel treten häufig Übelkeit, Schwindel, Spannungsgefühle in den Brüsten und starke Müdigkeit auf. Es kann vorübergehend zu etwas stärkerem Haarausfall kommen.
  • Die wachsende Gebärmutter drückt auf die Blase, was den Harndrang verstärkt. Mitunter kommt es (etwa beim Lachen oder Niesen) zu unfreiwilligem Harnabgang.
  • Ein vermehrter Druck auf den Magen kann zu Sodbrennen führen.
  • Die entspanntere Darmmuskulatur geht nicht selten mit Verstopfung und Blähungen einher.
  • Viele Frauen haben Venenbeschwerden, die zu Besenreisern und Krampfadern führen können.
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) vor allem in den Beinen sind ebenfalls häufig. Sie werden dadurch verursacht, dass die erhöhte Blutmenge Wasser durch die Gefäßwände in das Gewebe drückt.
  • Gegen Ende der Schwangerschaft macht vielen Frauen die Gewichtszunahme zu schaffen. Sie belastet Rücken, Beckenboden, Beine und Gelenke enorm.
  • Die tiefgreifende hormonelle Umstellung des Körpers führt bei vielen Frauen zu Stimmungsschwankungen.

Schwangerschaftskomplikationen

Die meisten Schwangerschaften verlaufen ohne Komplikationen. Manchmal treten jedoch Scheiden- oder Harnwegsinfektionen oder ein Schwangerschaftsdiabetes auf.

Eine häufige Komplikation in der fortgeschrittenen Schwangerschaft sind vorzeitige Wehen. Sie können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise körperlicher und seelischer Stress, Scheideninfektionen oder Funktionsstörungen des Mutterkuchens (Plazenta-Insuffizienz). Auch eine Gebärmutterhals- oder Muttermundschwäche (Zervix-Insuffizienz) kann zu vorzeitigen Wehen führen. Je nach Ursache stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, sodass sich die Gefahr einer Frühgeburt meistens abwenden lässt.

Zu den häufigsten und riskanteren Komplikationen zählen die „hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen“ – Erkrankungen, die mit Bluthochdruck einhergehen. Dazu gehört zum Beispiel die Präeklampsie (auch EPH-Gestose, veraltet: Schwangerschaftsvergiftung), die in der zweiten Schwangerschaftshälfte auftreten kann.

Charakteristische Symptome sind vermehrte Eiweißausscheidungen im Urin und Bluthochdruck. Daneben zeigen sich häufig auch Ödeme (Wassereinlagerungen) sowie Kopfschmerzen, Schwindel, ungewöhnliche Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen. Schwangere, die Anzeichen einer Präeklampsie zeigen, müssen ärztlich behandelt werden. Nicht nur, weil das Risiko einer Frühgeburt erhöht ist: Eine fehlende Behandlung kann auch für die Mutter gefährlich werden.

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Häufig gestellte Fragen

Muss der Arbeitgeber einen Mann für Termine im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt freistellen?

Für Arbeitgeber besteht grundsätzlich keine Verpflichtung, Männer für die Wahrnehmung solcher Termine freizustellen. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen, um eine gütliche Vereinbarung treffen zu können. Abgesehen davon ist es ratsam, Untersuchungstermine möglichst ans Ende der ärztlichen Sprechstunden zu legen. Dann lassen sie sich besser mit den üblichen Arbeitszeiten vereinbaren.

Auch wenn die Geburt naht, empfiehlt es sich, schon früh mit dem Arbeitgeber zu sprechen, um für die "Rufbereitschaft" in der Zeit um den errechneten Geburtstermin herum eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Stimmt es, dass sich auch Männer "schwanger" fühlen können?

Nicht nur Frauen bekommen in der Schwangerschaft einen dicken Bauch. Auch Männern kann dies passieren – und sei es »nur«, weil sie mit dem Rauchen aufhören. Darüber hinaus zeigen nicht wenige werdende Väter unterschiedlich starke »Schwangerschafts-Symptome« wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder starke Stimmungsschwankungen.

Über die Ursachen dieses Phänomens ist bislang wenig bekannt. Immerhin wurde im Jahr 2000 an der kanadischen Memorial University in St. Johns eine kleine Studie mit 34 Teilnehmern dazu durchgeführt. Sie ergab, dass die untersuchten Männer während der Schwangerschaft ihrer Partnerin vorübergehend vermehrt das Stresshormon Cortisol sowie das milchbildende Hormon Prolaktin produzierten. Unmittelbar nach der Geburt des Kindes sank der Testosteron-Wert bei den Männern um bis zu einem Drittel, was möglicherweise ein fürsorglicheres Verhalten förderte.

Abgesehen von möglichen hormonellen Einflüssen kann ein werdender Vater auch angesichts all der anstehenden neuen Aufgaben in Stress geraten. Vielleicht ist er mit einem Mal leichter erschöpft und antriebslos. Wird er häuslicher, weniger aktiv und ändert seine Essgewohnheiten, legt er möglicherweise an Gewicht zu. Solche Symptome zeigen, dass auch das Vaterwerden tiefgreifende Veränderungen mit sich bringt, die erst einmal "verdaut" werden wollen.

Die Anzeichen einer »mitfühlenden Schwangerschaft« werden unter dem Begriff »Couvade« zusammengefasst. Das Wort bedeutet so viel wie »ausbrüten«.

Haben auch Männer Anspruch auf eine kostenlose Schwangerschaftskonfliktberatung?

Nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz kann sich jede Frau und jeder Mann kostenlos zu Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie in allen Belangen einer Schwangerschaft beraten lassen. Dazu zählen auch Hilfen bei einem Schwangerschaftskonflikt. Die Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht. Das gilt auch, wenn die Ratsuchenden minderjährig sind. Informationen über Einrichtungen, die Schwangerschaftskonfliktberatung durchführen, halten die Wohlfahrts- und Familienverbände, die Kirchen und Sozial- oder Gesundheitsämter bereit. Ratsuchende können auch über die Beratungsstellensuche auf diesen Internetseiten eine geeignete Beratungsstelle in räumlicher Nähe finden und direkt Kontakt aufnehmen.

Stimmt es, dass Frauen in der Schwangerschaft mehr Lust auf Sex haben?

In der Schwangerschaft wird die gesamte Beckenregion durch den erhöhten Östrogenspiegel besser durchblutet. Das Scheidengewebe und die Schamlippen schwellen dadurch leicht an, und es wird mehr Scheidensekret gebildet. Auch die Brustwarzen sind empfindlicher.

Das Anschwellen der Geschlechtsorgane macht diese berührungsempfindlicher. Dies kann mit einer stärkeren sexuellen Erregbarkeit verbunden sein. Es kann aber auch dazu führen, dass die Lust abnimmt, weil Berührungen als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden.

Wie sich die Schwangerschaft auf die sexuelle Lust auswirkt, ist von Frau zu Frau sehr verschieden. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: zum Beispiel Beschwerden wie Übelkeit und Müdigkeit oder ob sich eine Frau in ihrem schwangerschaftsbedingt üppigeren Körper attraktiv fühlt oder nicht.

Die Partnerin unterstützen

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Erst seit 40 Jahren: Väter im Kreißsaal

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