- Da die Frau sehr weit reichende körperliche Veränderungen bewältigen muss, braucht sie meist einige Zeit, bis sie für die gemeinsame Sexualität wieder bereit ist. Geduld und Verständnis auf Seiten des Mannes sind in dieser Zeit sehr hilfreich.
- Der sogenannte Wochenfluss birgt im Hinblick auf den Geschlechtsverkehr ein gewisses Infektionsrisiko für die Frau, da er ein Anzeichen dafür ist, dass die Wundheilung noch nicht abgeschlossen ist. Zur Sicherheit empfiehlt es sich, in dieser Zeit Kondome zu verwenden.
- Stillende Mütter haben einen vergleichsweise niedrigen Östrogenspiegel, was nicht selten zu einer trockenen Scheide beim Geschlechtsverkehr führt. Hier können Gleitmittel Abhilfe schaffen.
- Um Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu vermeiden, empfehlen sich Stellungen, bei denen die Frau die Bewegungsintensität und Eindringtiefe des Penis besser kontrollieren kann.
- Es kann sehr schön und praktisch sein, wenn das Kind mit im elterlichen Bett schläft. Ein Ort der Paarsexualität ist das Ehebett dann jedoch nicht. Es hilft dem Paar, wenn das Kind lernt, auch im eigenen Bettchen zu schlafen. Mann und Frau brauchen Zeit füreinander. Und man muss lachen und sich unbeschwert bewegen können.
- Auch Väter sind abends oft einfach zu müde für sexuelle Aktivitäten. Zudem kräht der Nachwuchs oft in genau dem Moment, da Mann und Frau sich einen viel versprechenden Kuss geben. Es ist nicht schön, die gemeinsame Sexualität planen zu müssen. Gleichwohl sollte das Paar sich von Freunden und den Großeltern des Kindes kinderfreie Zeit schenken lassen. Der Nachwuchs lernt sehr bald, auch mal ein paar Stunden ohne die Eltern auszukommen.
Publikationen zum Thema
Beratungsstellensuche
Häufig gestellte Fragen
Ist Stillen eine sichere Verhütungsmethode?
Solange eine Frau voll stillt, wirkt das milchbildende Hormon Prolaktin zwar hemmend auf den Eisprung. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, in dieser Zeit wieder schwanger zu werden, eher gering. Doch sicher ist dieser Effekt nicht. Außerdem beginnen die meisten stillenden Mütter nach einer gewissen Zeit mit dem Abstillen und Zufüttern, das heißt, sie ersetzen eine Brustmahlzeit nach der anderen. Mit jeder abgestillten Mahlzeit erhöht sich dann die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs.
Wer auf Nummer Sicher gehen will, muss auf Verhütungsmittel zurückgreifen. Eine Frau, die nicht stillt, kann nach dem Versiegen des Wochenflusses meist wieder schwanger werden.
Wann kann man nach der Geburt wieder miteinander schlafen?
Zu dieser Frage gibt es keine eindeutige medizinische Empfehlung. Grundsätzlich ist Geschlechtsverkehr dann wieder möglich, wenn alle Geburtswunden vollständig verheilt sind und beide Partner Lust auf Sex haben.
Die meisten Frauen brauchen einige Wochen oder Monate, bis ihr Körper alle Umstellungen nach der Geburt des Kindes verkraftet hat und sie auch seelisch wieder für die gemeinsame Sexualität offen sind.
Fühlt sich der Geschlechtsverkehr nach einer Geburt anders an?
Manche Frauen haben nach der Geburt ihres Kindes den Eindruck, ihre Scheide fühle sich im Vergleich zu früher "weiter" an und sie könnten den Penis ihres Partners deshalb nicht mehr so gut spüren. Manchmal hat auch der Mann eine entsprechende Empfindung. Ob dies zutrifft, hängt neben den subjektiven Gefühlen beim Geschlechtsverkehr auch davon ab, wie gut sich die Beckenbodenmuskulatur der Frau im Laufe der Zeit zurückbildet.
Durch eine Geburt werden die Muskulatur, Bänder und Sehnen der gesamten Beckenregion der Frau enorm gedehnt. Danach wird die Muskulatur der Scheidenwand und des Beckenbodens jedoch wieder fester und kräftiger, sodass sich das alte Körpergefühl meist wieder einstellt. Dieser Prozess lässt sich durch eine gezielte Rückbildungsgymnastik unterstützen. Sie besteht aus Übungen, die helfen, die Muskulatur von Bauch und Beckenboden wieder zu stärken und das Gewebe zu straffen.


