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Frank H.: "Wir haben die Siebentagewoche"

Fast fünf Jahre lang war Frank H. Alleinverdiener der Familie. Seine Partnerin, wie er im städtischen Dienst, nahm die Elternzeit in Anspruch und kümmerte sich tagsüber um die gemeinsamen Kinder. Seit einem Jahr arbeiten beide auf einer Dreiviertelstelle.


Als unsere älteste Tochter geboren wurde, stand für meine Lebensgefährtin außer Frage, dass sie zu Hause bleiben würde, um sich um die Kleine zu kümmern. Mir war das ehrlich gesagt ganz recht, denn ich hatte gerade die Stelle gewechselt und brauchte einen großen Teil meiner Konzentration und Kraft, um die neuen Aufgaben zu bewältigen.

Andererseits freute ich mich riesig auf das Kind und war auch fest entschlossen, ein engagierter Vater zu sein. Nach einem Jahr, so die Planung, wollten wir beide auf eine Dreiviertelstelle gehen, unsere Tochter sollte von einer Tagesmutter versorgt werden. Aber dann kam alles etwas anders.

"Dann kam alles anders"

Zu meiner eigenen Überraschung wusste ich in den ersten Monaten nicht so recht, wohin mit mir. In meinem Job fragte ich mich oft: Was tust du hier eigentlich, wo doch zu Hause das neue Leben pulsiert?! Kam ich aber nach Hause, hatte meine Freundin alles so sehr unter Kontrolle, dass ich mich gegenüber dem Kind nicht gleichberechtigt fühlte. Zudem gab es immer wieder Reibereien, wer wann was im Haushalt zu tun hatte. Wir hatten diese Fragen früher nie regeln müssen, jetzt fehlten klare Absprachen.

Das erste halbe Jahr war sehr aufreibend. Unsere Tochter war ein „Schreikind“, nachts fanden weder meine Freundin noch ich ausreichend Schlaf, weil wir uns beide zuständig fühlten. Erst allmählich kapierten wir, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu entlasten, indem man sich kinderfreie Zeit schenkt: Hat der eine das Kind, darf der andere abschalten. Das wiederum verlangte meiner Freundin ab, dass sie mich meinen eigenen Umgangsstil mit unserer Tochter finden ließ.

Als sie nach einem Jahr ihre Arbeit wieder antreten wollte, wurde sie erneut schwanger, und so sind aus einem geplanten Jahr Elternzeit fast fünf geworden. Mit dem zweiten Kind nahmen wir uns dann vor, unseren Familienalltag besser zu strukturieren. Das Zeitmodell von damals gilt im Prinzip noch heute:

Funktionierende Absprachen

Damit es keinen Streit darüber gibt, wer mehr leistet und deshalb angeblich mehr Erholung braucht, haben wir den Vierundzwanzigstundentag und die Siebentagewoche eingeführt. Das heißt: Im Prinzip sind beide Eltern ständig im absolut gleichwertigen Einsatz für die Familie, ob in der Kinderbetreuung oder beim Gelderwerb. Auf Freizeit haben beide den gleichen Anspruch. Das Modell hat uns geholfen, den Einsatz des anderen mehr zu wertschätzen.

Seitdem wir beide wieder arbeiten, müssen wir unsere Tagesabläufe noch mehr als vorher aufeinander abstimmen, was immer dann besonders schwierig ist, wenn eines der Kinder krank ist. Das kommt im Kindergartenalter ziemlich häufig vor: Wer bleibt zu Hause? Wer geht mit dem anderen Kind in den Schwimmkurs? Wer geht wann mit wem einkaufen, zum Kinderarzt, zum Friseur ...? Das ist oft mühsam, aber es funktioniert ganz gut.

Seit wir uns zu Geburtstagen von unseren Freunden vor allem kinderfreie Abende schenken lassen und auch sonst in der glücklichen Lage sind, uns hin und wieder einen Babysitter leisten zu können, finden meine Freundin und ich uns auch immer häufiger als Liebespaar wieder. Bei allem Funktionierenmüssen tut das besonders gut.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Stillen eine sichere Verhütungsmethode?

Solange eine Frau voll stillt, wirkt das milchbildende Hormon Prolaktin zwar hemmend auf den Eisprung. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, in dieser Zeit wieder schwanger zu werden, eher gering. Doch sicher ist dieser Effekt nicht. Außerdem beginnen die meisten stillenden Mütter nach einer gewissen Zeit mit dem Abstillen und Zufüttern, das heißt, sie ersetzen eine Brustmahlzeit nach der anderen. Mit jeder abgestillten Mahlzeit erhöht sich dann die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, muss auf Verhütungsmittel zurückgreifen. Eine Frau, die nicht stillt, kann nach dem Versiegen des Wochenflusses meist wieder schwanger werden.

Wann kann man nach der Geburt wieder miteinander schlafen?

Zu dieser Frage gibt es keine eindeutige medizinische Empfehlung. Grundsätzlich ist Geschlechtsverkehr dann wieder möglich, wenn alle Geburtswunden vollständig verheilt sind und beide Partner Lust auf Sex haben.

Die meisten Frauen brauchen einige Wochen oder Monate, bis ihr Körper alle Umstellungen nach der Geburt des Kindes verkraftet hat und sie auch seelisch wieder für die gemeinsame Sexualität offen sind.

Fühlt sich der Geschlechtsverkehr nach einer Geburt anders an?

Manche Frauen haben nach der Geburt ihres Kindes den Eindruck, ihre Scheide fühle sich im Vergleich zu früher "weiter" an und sie könnten den Penis ihres Partners deshalb nicht mehr so gut spüren. Manchmal hat auch der Mann eine entsprechende Empfindung. Ob dies zutrifft, hängt neben den subjektiven Gefühlen beim Geschlechtsverkehr auch davon ab, wie gut sich die Beckenbodenmuskulatur der Frau im Laufe der Zeit zurückbildet.

Durch eine Geburt werden die Muskulatur, Bänder und Sehnen der gesamten Beckenregion der Frau enorm gedehnt. Danach wird die Muskulatur der Scheidenwand und des Beckenbodens jedoch wieder fester und kräftiger, sodass sich das alte Körpergefühl meist wieder einstellt. Dieser Prozess lässt sich durch eine gezielte Rückbildungsgymnastik unterstützen. Sie besteht aus Übungen, die helfen, die Muskulatur von Bauch und Beckenboden wieder zu stärken und das Gewebe zu straffen.

Was bieten Väterkurse?

In Väterkursen können sich Väter über alle Fragen des Vaterseins austauschen, meist unterstützt durch professionelle Ansprechpartner oder Moderatoren. Die Kurse werden in zahlreichen Städten zum Beispiel von Familienbildungs-Einrichtungen und Geburtskliniken angeboten. Damit erwerbstätige Väter teilnehmen können, finden sie gewöhnlich am späten Nachmittag oder an Wochenenden statt.

Manche Väterkurse richten sich speziell an werdende Väter. In diesen Kursen geht es um Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung sowie um die erste Zeit mit dem Kind.

Zu einigen Vätertreffs können Kinder mitgenommen werden. Hier werden oft gemeinsame Vater-Kind-Aktivitäten angeboten. Vätern stehen auch die allgemeinen Eltern-Kind-Kurse offen, an denen meist Frauen mit ihren Kindern teilnehmen (zum Beispiel PEKIP, Baby-Schwimmen, Baby-Gymnastik etc.).

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