Bundesstiftung Mutter und Kind: Finanzielle Hilfe in Notlagen

Die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ hilft Schwangeren in finanziellen Notlagen schnell und unbürokratisch. Schwangere Frauen können bei bestimmten Schwangerschaftsberatungsstellen einen entsprechenden Antrag stellen.

Babykleid und Spielzeug © PhotographyByMK/fotolia

Die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ wurde 1984 als Stiftung des öffentlichen Rechts ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist, schwangere Frauen in Notlagen finanziell zu unterstützen und ihnen so die Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermöglichen. Die Stiftung hilft finanziell zum Beispiel bei der Erstausstattung des Kindes, der Weiterführung des Haushalts, der Wohnung und Einrichtung sowie der Betreuung des Kleinkindes.

Höhe und Dauer der Unterstützung richten sich nach der individuellen Situation der werdenden Mutter, aber auch nach den Gesamtzahlen der Antragstellerinnen. Im Normalfall werden die Leistungen höchstens bis zum dritten Lebensjahr des Kindes gezahlt. Einen Rechtsanspruch auf die finanziellen Hilfen gibt es nicht.

Wann hilft die Bundesstiftung?

Um Mittel der Bundesstiftung erhalten zu können, müssen Sie

  • in Deutschland wohnen,
  • die bestehende Schwangerschaft nachweisen (durch den Mutterpass oder ein Schwangerschafts-Attest von der Ärztin oder dem Arzt),
  • sich in einer finanziellen Notlage befinden.

Zuschüsse aus der Bundesstiftung werden nur gewährt, wenn andere Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II („Hartz IV“), Wohngeld oder Sozialhilfe nicht ausreichen oder nicht rechtzeitig angeboten werden können. Die Zuschüsse werden nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet und dürfen nicht gepfändet werden.

Wo kann ich die Unterstützung beantragen?

Der Antrag auf finanzielle Hilfen der Bundesstiftung kann nur bei bestimmten Schwangerschaftsberatungsstellen vor Ort gestellt werden. Die entsprechenden Adressen finden Sie über die Beratungsstellensuche in diesem Portal. Wenn Sie dort bei "Entgegennahme von Anträgen für die Bundesstiftung Mutter und Kind" ein Häkchen in der Suchmaske setzen, erhalten Sie die entsprechenden Beratungsstellen.

Nach Prüfung der finanziellen Notlage entscheidet die Beratungsstelle oder die zuständige Landesstiftung über den Antrag. Die Bundesstiftung selbst ist weder am Antrags- noch am Bewilligungsverfahren beteiligt. Wichtig ist, dass Sie die Leistungen möglichst früh und in jedem Fall vor der Geburt des Kindes beantragen.

Die Stiftung in Zahlen

Für die Bundesstiftung werden jährlich mindestens 92 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt. Die Mittel werden an die Landesstiftungen für Frauen und Familien in Not und andere zentrale Einrichtungen der Bundesländer vergeben. In Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz und Thüringen helfen die Landesstiftungen auch mit eigenen Stiftungsmitteln. Im Durchschnitt unterstützt die Bundesstiftung rund 150.000 Frauen pro Jahr – etwas mehr als jede fünfte Schwangere.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 07.05.2015