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Kinderärztliche Untersuchungen

Direkt nach der Geburt findet die erste medizinische Untersuchung des Neugeborenen statt: die U1. Bis zum zehnten Lebenstag folgt die U2, in der vierten bis fünften Lebenswoche die U3. Dies sind die ersten drei von insgesamt neun Vorsorgeuntersuchungen.


Die zweite Vorsorgeuntersuchung zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag (U2) ist die sogenannte Neugeborenen-Basisuntersuchung. Ist das Kind noch mit der Mutter im Krankenhaus, wird es von den dortigen Kinderärztinnen oder -ärzten untersucht. Ansonsten werden die Untersuchungen in einer Kinderarztpraxis durchgeführt. Werdende Eltern kümmern sich am besten schon vor der Geburt um eine geeignete Ärztin oder einen Arzt, die oder der auch Hausbesuche macht. Adressen von Kinderarztpraxen bekommen Eltern außer im Internet oder im Branchenbuch beim Gesundheitsamt, bei der Ärztekammer oder von der Hebamme.

Was passiert bei der U2?

Bei der U2 wird das Neugeborene wie bei der U1 gemessen und gewogen. Die Ärztin oder der Arzt untersucht, ob die Organe, Knochen und Gelenke normal funktionieren und es keine Fehlbildungen gibt. Neugeborenen-Reflexe wie Greif- oder Saugreflex werden getestet, und es wird ein Stoffwechseltest durchgeführt. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach dem Schlaf- und Trinkverhalten sowie nach der Verdauung des Säuglings. Die Eltern werden außerdem über Vorbeugemaßnahmen (Prophylaxe) wie die Gabe von Vitamin K, D oder Fluorid sowie über das Impfen informiert. 

Die U2 ist für viele Eltern die beste Gelegenheit, offene Fragen zu klären und Unsicherheiten im Umgang mit dem Kind abzubauen. Aus diesem Grund nehmen sich die meisten Kinderärztinnen und -ärzte viel Zeit für diesen Termin.

Erweitertes Testangebot

Seit 2011 wird Eltern das sogenannte erweiterte Neugeborenen-Screening angeboten. Es handelt sich um einen Test, der (seltene) angeborene Stoffwechselerkrankungen und hormonelle Störungen erkennt, die bei Neugeborenen ohne rechtzeitige Behandlung zu körperlichen und geistigen Schäden führen können. Dafür werden dem Säugling am zweiten oder dritten Lebenstag (36 bis 72 Stunden nach der Geburt) einige Blutstropfen aus der Vene oder Ferse entnommen und in einem Labor untersucht. Die Blutentnahme kann mit der zweiten Vorsorgeuntersuchung, der U2, gekoppelt werden. Falls sich Hinweise auf eine Erkrankung ergeben, folgen weitere Untersuchungen oder eine Behandlung.

Die Untersuchung ist freiwillig, die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Früherkennung von Hörstörungen

Hörstörungen sind die häufigste Sinnesbehinderung bei Neugeborenen. In Deutschland werden pro Jahr rund 1500 Babys mit einer behandlungsbedürftigen Hörschädigung geboren. Deshalb wird für alle Säuglinge in den ersten Tagen nach der Geburt das sogenannte Neugeborenen-Hörscreening angeboten. Es handelt sich um einen Test, der in der Geburtsklinik oder in der kinderärztlichen Praxis durchgeführt werden kann. 

Bei dem Test wird geprüft, ob Nervenimpulse aus dem Innenohr an das Gehirn weitergeleitet und verarbeitet werden. So lassen sich angeborene Hörstörungen frühzeitig erkennen und möglicherweise behandeln. Der Test wird am besten durchgeführt, wenn das Baby schläft oder ganz entspannt ist. Er ist schmerzfrei und ohne schädliche Nebenwirkungen. 

Bei einem auffälligen Ergebnis muss der Test möglichst schnell wiederholt werden. Bestätigt sich das Ergebnis, sollte innerhalb der nächsten vier Wochen das Hörsystem des Säuglings in einer qualifizierten Einrichtung (für Phoniatrie und Pädaudiologie) untersucht werden. 

Die Teilnahme am Neugeborenen-Hörscreening ist freiwillig und kostenlos.

Was passiert bei der U3?

Die U3 wird in der vierten bis fünften Lebenswoche vorgenommen. Dabei werden Größe, Gewicht sowie die Bewegungs- und Reaktionsfähigkeit geprüft: Nimmt das Kind ausreichend zu, wird es richtig ernährt, reagiert es auf äußere Reize, kann es Kopf und Körper altersgemäß drehen? Auch die Hüftgelenke, das Gehör, Augenreaktionen und die Fähigkeit, Laute zu bilden, werden kontrolliert. Zudem bekommt das Baby bei dieser Untersuchung die letzte Vitamin-K-Gabe.

Im Rahmen der U3 wird noch einmal über notwendige Impfungen, über Unfallverhütung sowie über Möglichkeiten informiert, dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen.

Tipp: Babytagebuch

Vor dem Besuch in der Kinderarztpraxis ist es sinnvoll, alle Fragen, die mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden sollen, aufzuschreiben und die Fragenliste mitzunehmen. Hilfreich ist auch, ein Babytagebuch zu führen, in das die Eltern ab der Geburt ihres Kindes ihre wichtigsten Beobachtungen und Fragen zu seinem Verhalten oder zur Babypflege notieren.

Weiterführende Informationen

Publikationen zum Thema

Remo H. Largo
überarbeitete Auflage März 2010 | Preis: 12,95 Euro

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Häufig gestellte Fragen

Wann setzt nach der Geburt die erste Periode wieder ein?

Das Einsetzen der ersten Menstruation nach der Geburt ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Wenn eine Frau voll stillt, also auch keinen Tee oder Wasser zufüttert, bleibt die Menstruationsblutung etwa drei bis sechs Monate, manchmal auch bis zum Abstillen aus. Während der Stillzeit wird das Hormon Prolaktin freigesetzt. Es fördert nicht nur die Milchproduktion, sondern hemmt auch den Eisprung. Doch Vorsicht: Stillen bietet keinen sicheren Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft.

Bei Frauen, die nicht stillen, beginnt der erste Menstruationszyklus ungefähr sechs bis acht Wochen nach der Geburt.

Stimmt es, dass Mütter nach der Geburt Haarausfall haben?

Nach einer alten Redewendung kostet jede Schwangerschaft „einen Zopf und einen Zahn". Haarausfall ist nach einer Schwangerschaft ein häufiges Phänomen. Ursache für den plötzlichen Haarausfall ist der abrupte Abfall des Hormons Östrogen nach der Geburt.

Der hohe Östrogenspiegel vor der Entbindung ist dagegen oft der Grund, wenn werdende Mütter volleres und glänzenderes Haar haben als vor der Schwangerschaft. Die Schwangerschaftshormone hemmen den natürlichen Haarausfall. Nach der Geburt fallen dann die Haare aus, die ohne Schwangerschaft schon längst verloren gegangen wären. In der Regel normalisiert sich der Haarwuchs nach einigen Monaten, sodass kein Grund zur Sorge besteht.

Warum bekommen Neugeborene häufig Gelbsucht?

Fast die Hälfte der Neugeborenen bekommt in den ersten Tagen nach der Geburt die sogenannte Neugeborenen-Gelbsucht. Sie ist eine meist harmlose Reaktion auf die Umbildung des kindlichen Blutes nach der Geburt. Die noch im Mutterleib gebildeten roten Blutkörperchen zerfallen und setzen den gelben Blutfarbstoff Bilirubin frei. Die kindliche Leber kann diesen Stoff noch nicht ausreichend zersetzen und ausscheiden, deshalb gelangt das Bilirubin in die Blutbahn und färbt vor allem die Haut und die Augen gelb-bräunlich. Die meisten betroffenen Kinder sind schläfrig und trinken wenig.  Ist die Gelbsucht nur schwach ausgeprägt, reicht es, das Kind in Fensternähe (nicht in die Sonne!) zu legen.

Ist die Gelbsucht stärker, muss das Neugeborene mit einer Fototherapie behandelt werden. Sie bewirkt, dass das Bilirubin vom Körper ausgeschieden wird, ohne die Leber zu stark zu beanspruchen. Auch Stillen fördert den Abbau von Bilirubin, indem es die Verdauung des Säuglings in Gang bringt. Das Kind scheidet schneller seinen ersten Stuhl aus, das sogenannte Kindspech oder Mekonium. In ihm ist ebenfalls Bilirubin enthalten.

Welche Sportarten sind für die ersten Monate nach einer Geburt geeignet?

In den ersten Wochen nach der Geburt braucht der Körper eine Erholungspause. Es ist aber schon möglich, mit leichten Wahrnehmungs- und Aktivierungsübungen für den Beckenboden zu beginnen.

Danach sind Sportarten günstig, die den Beckenboden anregen und kräftigen, aber nicht belasten. Dies sind zum Beispiel Yoga, Schwimmen (erst nachdem der Wochenfluss beendet ist), Bauchtanz, schnelles Gehen ohne oder mit Stöcke(n) (Walking oder Nordic Walking) und Fahrradfahren. Auch Inline-Skating ist möglich; man sollte allerdings schon sicher fahren können, um Stürze zu vermeiden. Tanzen und variantenreiche Gymnastik sind ebenfalls geeignet, solange dabei nicht gehüpft oder gesprungen wird. Wichtig ist, das Training langsam angehen zu lassen.

Wer ins Fitnessstudio geht, lässt sich am besten beraten, welche Übungsauswahl sinnvoll ist. Auf Übungen, bei denen man den Oberkörper aus der Rückenlage anheben muss, sowie auf das Stemmen und Heben von Gewichten sollte besser verzichtet werden.

Für Sportarten wie Dauerlauf (Joggen), Reiten, Tennis, Squash, oder alpinen Skilauf ist ein stabiler Beckenboden nötig. Das Bindegewebe, die Bänder und die Muskulatur brauchen nach einer Schwangerschaft ausreichend Zeit, um sich zu festigen und zu ihrer alten Form zurückzufinden. Mit diesen Sportarten sollte je nach körperlicher Verfassung daher erst nach frühestens einem halben Jahr begonnen werden. Solange  noch gestillt wird, ist auch eine ausreichende Unterstützung für die Brust wichtig, also ein guter Sport-BH.

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Alles über die Ernährung des Babys im ersten Lebensjahr können Sie auf Kindergesundheit-Info.de nachlesen. mehr

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